Der öffentliche Dienst steht als Arbeitgeber vor besonderen Herausforderungen: Auf der einen Seite sind Verwaltungen mit Sparzwängen konfrontiert, auf der anderen Seite müssen sie mit attraktiven Arbeitsbedingungen um den zunehmend umkämpften Nachwuchs werben. Was kann das Personalmanagement zur Zukunftsfähigkeit des öffentlichen Sektors beitragen? Der Workshop präsentiert und diskutiert praktische Ansätze in den Themenfeldern Lohngestaltung, Talentmanagement, Kulturentwicklung, Reintegration in den Arbeitsprozess, Nachhaltigkeit und Interim Management. Das sorgfältig geschnürte Programm im Konferenzraum der Messe Zürich ist an beiden Messe-Vormittagen von 9 bis 12.30 Uhr angesetzt, anschliessend besteht jeweils die Möglichkeit zu einem Messerundgang.
Leistungsgerechte Bezahlung
Eine heikle Angelegenheit ist die Lohngestaltung im öffentlichen Bereich. Gegenwärtig orientiert sich die Entlöhnung noch mehrheitlich an Werten wie Loyalität, Pflichtgefühl und Dienst am Allgemeinwesen. Leistungsorientierte Ansätze, wie sie seit längerem in der Privatwirtschaft Anwendung finden, haben sich hingegen noch kaum durchgesetzt. Sind die besonderen Bedingungen im öffentlichen Sektor überhaupt dazu geeignet, leistungsorientierte Kriterien in die Entlöhnungssysteme zu integrieren? Wie liesse sich dies gestalten? Barbara Stoelker Reithaar von der ZHAW Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften erörtert diese Frage anhand von theoretischen Überlegungen und einem Praxisbeispiel.
Führungskräfte-Entwicklung
Die Anforderungen an Führungskräfte steigen – auch in der Verwaltung wird Führungsarbeit immer komplexer. Vorgesetzte und Anwärter für gehobene Posten benötigen insofern eine besondere Förderung, Anregungen zur Führungskräfte-Entwicklung und Talentförderung gibt Monika Studer, Leiterin Personal- und Managemententwicklung des Kantons Luzerns, den Workshop-Teilnehmern. Die Führungsentwicklung der Kantonalen Verwaltung Luzern richtet sich zum einen an einzelne Führungskräfte mit dem Ziel, die Führungsleistung auf individueller Ebene zu verbessern. Zum anderen umfasst sie Angebote zur Weiterentwicklung des Führungssystems, das als Qualitätsmerkmal der gesamten Organisation gilt. Ein wichtiges Teilprojekt der Führungsentwicklung ist das „Förderprogramm für Talente und TopleistungsträgerInnen“, das talentierten, leistungsstarken Mitarbeitern attraktive berufliche Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Verwaltung eröffnet.
Eine Frage der Kultur
Über die Zukunftsfähigkeit des Public Sector entscheidet auch die Frage der Organisationskultur. Um den Ruf der Verwaltungen steht es dabei nicht zum Besten: Sie gelten meist als hoffnungslos verstaubt und durch und durch hierarchisch. Zu Unrecht, meint Organisationsberaterin Lisa Bachofen: In Zeiten von e-Government stellten komplexe Strukturen und vernetzte Aufgaben hohe Anforderungen an das Personalmanagement und die Führung. Doch welche Kultur fördert die Entfaltung von Mitarbeitertalenten? Welches Klima begünstigt ein hohes Mass an Innovationsenergie? Antworten darauf sowie weitere Informationen über einen zielführenden Umgang mit Mikro- und Makro-Kulturgefügen gibt es im Programmpunkt „Verwaltung zwischen Power und Empowerment – Ansätze der Kulturentwicklung“.
Beschäftigungsfähigkeit erhalten
Wenn Mitarbeitende aus gesundheitlichen Gründen länger an ihrem Arbeitsplatz fehlen, besteht die Gefahr der Invalidisierung. Um ein frühzeitiges Ausscheiden aus dem Dienst zu verhindern, hat sich in der Stadtverwaltung Zürich der Einsatz sogenannter Case Manager bewährt: Mit gezielten Betreuungsmassnahmen helfen sie Betroffenen, sich möglichst schnell wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren. Als Gesamtverantwortlicher für das Projekt „Case Management am Arbeitsplatz“ blickt Oliver Sack auf bewegte und lehrreiche dreieinhalb Jahre zurück. Im Workshop teilt der Direktor von HR Stadt Zürich seine Erfahrungen zu Chancen, Risiken und „Lessons learned“ aus dem Projekt mit den Anwesenden.
Nachhaltige Entwicklung
Reichlich Diskussionsstoff birgt das Thema „Nachhaltige Entwicklung und Human Ressource Management“, das den Workshop-Teilnehmern in Form einer Podiumsdiskussion nähergebracht wird. Peter Lehmann, Direktor des Bildungsanbieters sanu, und Marc Münster, Leiter des Bereichs „zukunftsfähiges Gemeinwesen“, bitten dazu HR-Manager aus verschiedenen Städten und Gemeinden auf das Podium. Ziel der Veranstaltung ist es, die Chancen einer nachhaltigen Entwicklung auszuloten, Szenarien für den Public Sector zu skizzieren sowie Handlungsmöglichkeiten und Erfolgsfaktoren zu benennen.
Interim Management
Wie die Verwaltungskultur im Allgemeinen ist auch Interim Management häufig verschrien. Der zeitlich befristete Einsatz eines qualifizierten Aussenstehenden sei aber weit mehr als eine Notlösung, meinen Markus Meier und Hyldrich Schmid. Dies wollen die Partner der aim ad interim management ag anhand von zwei Praxisberichten nachweisen. Im ersten Fall geht es um die vorübergehende Leitung des Schulamtes einer grossen Schweizer Stadt, im zweiten Beispiel um drei Interim-Management-Einsätze im Amt für Wirtschaft und Arbeit eines grossen Schweizer Kantons. Die Herausforderung im ersten Praxisbeispiel bestand in der Bewältigung von Change Management, im Fall zwei waren Verstärkung im Controlling, die Finanzleitung einer Non Profit Organisation und Fachsupport in der Rechnungsprüfung gefragt.
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Zum Autor:
Petra Jauch ist Pressereferentin beim Messeveranstalter spring Messe Management.
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Weitere Informationen/Anmeldung: Interessierte können sich unter www.personal-swiss.ch/publicsector für den Workshop anmelden. Die Teilnahmegebühr von 149 Franken berechtigt auch zum Besuch der Personal Swiss und ihrer Parallelveranstaltung Swiss Professional Learning. Für HR-Verantwortliche aus der öffentlichen Verwaltung ist das Angebot kostenlos.