1. Nicht die Rentner sind das Problem, sondern der fehlende Nachwuchs.

  • Seit drei Jahrzehnten produziert die Schweizer Bevölkerung nur 2/3 des Nachwuchses, den sie zur Bestandeserhaltung benötigt.
  • Kinderknappheit und steigende Lebenserwartung bringen das Verhältnis zwischen aktiver und passiver Bevölkerung nachhaltig aus dem Gleichgewicht.
  • Produktivitätsfortschritte machen das nicht wett. Ohne stabilen Bevölkerungsaufbau gibt es keine stabile Volkswirtschaft.

2. Ohne Nachwuchs kein Wirtschaftswachstum. Ohne Wachstum keine gesicherten Sozialwerke.

  • Die Zuwanderung allein wird es nicht richten. Sie kann das Problem bestenfalls mildern.
  • Kinder stellen heute für viele eine (zu) grosse Belastung dar.
  • Die Aktivitätsspanne muss verlängert (früherer Schuleintritt und Bildungsabschluss, späteres Rentenalter), familienfreundliche Rahmenbedingungen geschaffen(Freizeitangebot; grosse Wohnungen; Verkehrspolitik usw.) und die Erwerbsfähigkeit beider Elternteile gefördert werden (flexible Arbeitszeitmodelle, Krippen, Tagesschulen).

3. 60 Jahre AHV und ein Krankenversicherungsobligatorium sind kein Grund zum Feiern

  • Umlagefinanzierte Systeme setzen nachwachsende Generationen voraus. Die Rentenformel basiert auf einer bestandeserhaltenden Fertilitätsrate (2,1%). In Wirklichkeit tendiert diese gegen 1,3%.
  • Die Babyboomer, die ab 2010 kinderarm in Rente gehen, muten den Nachkommen mehr Belastungen zu, als sie selber zu tragen hatten.
  • Der Altersüberhang gefährdet den Generationenvertrag. Die Jungen werden kaum bereit sein, die von den Alten präsentierte Rechnung zu bezahlen.

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Zum Autor:

Peter Grütter, Fürsprecher, Eidg. Finanzdepartement, Bern

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