EPA-Kolloquium am 14. und 15. Januar 2004

An den vergangenen EPA-Kolloquien war immer wieder von der Aufgabe der Führungskräfte in der Bundesverwaltung die Rede, ihre Aktivitäten und Dienstleistungen offen und transparent zu kommunizieren. Wirkungsorientierte Verwaltungsführung erfordere nicht bloss Verlautbarungen, sondern eine verstärkte Pflege der Öffentlichkeitsarbeit, meinten viele. Einige mahnten aber auch, sich dabei Zurückhaltung aufzuerlegen und nicht Leadership anzustreben. Die aktuellen Herausforderungen an unser Staatswesen zwingen uns, die drei Systeme Gesellschaft, Politik und Verwaltung noch stärker im konstruktiven Dialog zusammenzuführen. Nur so können komplexe öffentliche Probleme im gegenseitigen Vertrauen gelöst werden.

Bundesrat und Bundesverwaltung haben den gesetzlichen Auftrag, den Bürgerinnen und Bürgern in Zusammenarbeit mit den Medien die freie und uneingeschränkte Meinungsbildung zu ermöglichen. Politikgestaltung und staatliche Kommunikation sind eine strategische Führungsaufgabe. Von dieser Hypothese geht das EPA-Kolloquium 2004 aus.

Die Kader der Bundesverwaltung nehmen in diesem Prozess eine grosse Verantwortung wahr und spielen viele wichtige Rollen. Inputs müssen aus dem politischen System beschafft, die richtigen Outputs für Problemlösungen geliefert werden. Dazu kommen die Vermittlung sachgerechter Information, das Aufzeigen von Zusammenhängen sowie die Herstellung von Transparenz und Vertrauen. Diese Orientierung gebenden und Sinn stiftenden Handlungen der Verwaltung gegenüber der Öffentlichkeit werden immer wichtiger.

Im Leitbild der Konferenz der Informationsdienste (KID) sind Bedeutung, Grundsätze und Zuständigkeiten der staatlichen Kommunikation umfassend dargelegt[1]. Die Verwandlung der traditionellen Verlautbarungskommunikation in eine professionalisierte Öffentlichkeitsarbeit ist zwar unumstritten. Aber umso kontroverser wird über das damit einhergehende Polit- und Behördenmarketing diskutiert.

Das EPA-Kolloquium 2004 befasst sich mit Chancen und Risiken sowie den Erfolgsfaktoren staatlicher Kommunikation. Die Tagung will dazu beitragen, Führungskräfte in ihren diesbezüglichen Freiheiten und ihrer damit verbundenen Verantwortung im Alltagsgeschäft zu stärken.

Folgende Kernfragen sollen diskutiert werden:

  • Wie kommt öffentliche Meinung zustande? Wo stehen wir im Strukturwandel der Öffentlichkeit im Januar 2004?

  • Wie weiss ich, wem ich wann was kommunizieren will, wenn ich im Zeitraum x dies und jenes bewegen will / muss?

  • Staatliche Kommunikation als strategische Führungsaufgabe ja, aber wo beginnt die Manipulation?

  • Welches ist die gewünschte Rolle und Bedeutung der Kommunikation für den „smarten“ Staat?

Diese Fragen lassen sich um so differenzierter beantworten, je vielfältiger praktische Beispiele und Erfahrungen aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zur Darstellung gelangen und miteinander verknüpft werden können.

Dies geschieht in verschiedenen Referaten, Foren, Workshops und in einer Arena zum Abschluss der zweitägigen Veranstaltung.