Ausgewählte Thesen

 

  1. Der Gehaltserhöhung des Managements darf im Rahmen der Privatisierung keine Priorität eingeräumt werden. Die angeführten Vergleiche mit Publikumsgesellschaften sind mit zu vielen Fragezeichen behaftet.

  2. Die Erfolgsfaktoren privater und öffentlicher Unternehmen unterscheiden sich primär hinsichtlich der Gewichtung der Ansprüche der verschiedenen Stakeholder. Das Überleben bildet allerdings einen gemeinsamen Nenner für alle Unternehmen und setzt den Ansprüchen der Stakeholder Grenzen.

  3. Privatisierung kann zu Kostensenkung beitragen, sollte aber nicht primär als Mittel zur Sanierung des Finanzhaushalts eingesetzt werden. Privatisierungserlöse sind nicht für konsumtive Zwecke einzusetzen.

  4. Privatisierung ist schlecht geeignet zur parteipolitischen Positionierung. Es ist eine von mehreren Möglichkeiten der Aufgabenerledigung und als solche eine Option für fast alle politischen Gruppierungen.

  5. Privatisierung erfordert eine bewusste Wahrnehmung von Managementfunktionen durch die Politik. Diese bedarf dazu entsprechender Instrumente, zum Beispiel im Bereich des Risikomanagements.

  6. Im Rahmen von Privatisierungen ist der sozialen Verantwortung des Staates besondere Beachtung zu schenken. Soziale Verantwortung darf aber nicht mit Umverteilung verwechselt werden.

  7. "Ein öffentliches Unternehmen kann genau so effizient arbeiten wie ein privates, wenn die Politik ihr den gleichen unternehmerischen Spielraum einräumt wie der privaten Konkurrenz."

  8. "Öffentliche Aufgaben müssen von unternehmerischen Aufgaben getrennt werden, wenn die Organisationsform und die enthaltenen Abläufe optimal auf die Leistungserstellung ausgerichtet sein sollen."

  9. "Leistungs- und Umsatzsteigerungen werden nur dann durch eine Privatisierung erreicht, wenn es ein echtes Wettbewerbsumfeld gibt auf das die Kernprozesse ausgerichtet sind."

  10. "Die Optimierung bzw. Neugestaltung einer Marketing- oder Verkaufsabteilung in einem privatisierten Unternehmen ist nur dann sinnvoll, wenn ein echter Markt mit Kunden, Lieferanten und Wettbewerbern besteht."

  11. "Bei der Abbildung von Organisationsstrukturen nach einer Privatisierung müssen die im Markt bestehenden Regularien in die Entscheidungsprozesse miteinbezogen werden."