Der Atlantik war nicht mehr breit genug, um die separate Existenz der beiden Börsen zu rechtfertigen. Nun leben wir in der Schweiz im Lande des späten Nachvollzugs von Entwicklungen: Das Zürcher Rathaus mit seinen starken Renaissancezü-gen wurde 1698, mitten im Barock, eingeweiht! Angesichts dieser bekannten helvetischen Stilretardation erstaunt es nicht, dass der Bundesrat 2006 im Rahmen der Verwaltungsreform feststellte, dass die Eidgenossenschaft allein auf dem Platz Bern 44 Verwaltungsbibliotheken betrieb. Diese im Grundsatz ohne personelle Erschütterungen oder Bestandesverluste zu fusionieren und zukunftsfähig zu machen, war und ist die Grundlage des Querschnittsprojekts 8 der genannten Verwaltungsreform, eines Vorhabens, das am 1. Juli 2006 begann und bis zum heutigen Zeitpunkt zu einer Reduktion der 44 auf nunmehr 11 Bibliotheken geführt hat. Nun ist uns bewusst - und wenn ich sage "wir", meine ich die hier anwesende Projektleiterin Doris Wenger-Antener und den Sprechenden - nun ist uns also bewusst, dass die Schweizerische Gesellschaft für Verwaltungswissenschaften aus Mitgliedern besteht, die wissen wollen, wie es eigentlich gewesen und wie es heute wirklich ist, nicht aus Konsumenten wahrheitsökonomisch redigierter Medienmitteilungen. Wir wollen Ihnen deshalb ungeschminkt mitteilen, was wir von diesem Vorgang in der Substanz wissen.

Referat von Jürg Stüssi an der SGVW Jahrestagung 2008

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