Mit dem Projekt "Online Service Meldewesen" wurde eine Lösung aufgebaut, welche es den Einwohnerinnen und Einwohnern der Städte Zürich und St. Gallen erlaubt, ihre Umzugsmeldung bei einem Wohnsitzwechsel von Zürich nach St.Gallen (oder umgekehrt) aber auch innerhalb dieser beiden Städte über ein Webportal im Internet elektronisch zu melden. Mit dieser Umzugsmeldung werden die Einwohnerregister der Städte Zürich und St. Gallen sowie zusätzliche Register der beiden Kantone Zürich und St. Gallen abgeglichen. Der Bürger muss weder bei der Weg- noch bei der Zuzugsgemeinde persönlich vorbei gehen. Ebenfalls ist keine separate Information anderer Stellen der öffentlichen Verwaltung mehr notwendig. Der Wohnortswechsel wird dabei bequem und einfach über ein Internetportal eingegeben und allen angeschlossenen Verwaltungsstellen elektronisch zugestellt. In einem späteren Ausbau können auch private Firmen wie Banken, Versicherungen oder Telekommunikationsunternehmen bedient werden, sofern die Bürgerinnen und Bürger dies wünschen.
Ausgangslage des Projekts:
Mit dem Projekt GUIDE Meldewesen wird das "elektronische Umziehen" möglich gemacht. Das Meldewesen (wie "Umziehen" in der Verwaltungssprache heisst) umfasst in diesem Zusammenhang die Abmeldung am alten Wohnort und die Anmeldung am neuen Wohnort. Zudem werden die Adressen bei allen betroffenen Verwaltungsstellen wie zum Beispiel Einwohneramt oder Strassenverkehrsamt automatisch gemeldet und nachgeführt. Für das Projekt wurde der Prozess des Meldewesens ausgewählt, da er bei Bedürfnisumfragen regelmässig an der Spitze liegt. Zusätzlich können die bisherigen Konzepte und E-Government-Standards (z.B. eCH-0011 Datenstandard Meldewesen) angewendet und auf deren Praxistauglichkeit überprüft werden. Das elektronische Umziehen ist auch Bestandteil der Leistungen, welche gemäss der E-Government-Strategie Schweiz sowie der E-Government-Strategie des Kantons St.Gallen und der St.Galler Gemeinden prioritär umzusetzen ist.Es handelt sich um ein repräsentatives Beispiel eines übergreifenden Verwaltungsprozesses, welcher auf Grund der zwischen dem Kanton St.Gallen und den 88 Gemeinden abgeschlossenen Rahmenvereinbarung über die E-Government-Zusammenarbeit gemeinsam umzusetzen ist.Das Vorhaben wurde als Public Private Partnership mit finanzieller und materieller Beteiligung aller Partner durchgeführt.Die Beteiligung an diesem Förderprojekt bringt den Vorteil, dass die Kosten dank der Förderbeiträge und dem partnerschaftlichen Vorgehen deutlich tiefer ausfallen. Der Prozess des Meldewesens stellt insofern eine besondere Herausforderung dar, als Staatsgrenzen in horizontaler (von Gemeinde zu Gemeinde bzw. Kanton zu Kanton) wie auch in vertikaler (Gemeinde – Kanton) Richtung überwunden werden müssen.
Ziel des Projekts:
- Die Kontakte zwischen Verwaltung und Unternehmen sowie Bevölkerung werden einfach und sicher abgewickelt (Metaportal-Ansatz: Neutrales Portal für den Einstieg in verschiedene Online-Dienstleistungen über das Internet)
- Effizienzgewinne und Synergien bei der Verwaltung werden ausgeschöpft
- Modulare Einbindung dezentraler Umsysteme über die Basisinfrastruktur, ohne Schwächung der Datenhoheit
- Verwendung der Gesamtinfrastruktur für weitere E-Government-Transaktionslösungen im Sinne einer SOA-Architektur (Service-Orientierte Architektur)
- Erhöhung der Datenqualität ohne Migrationskosten durch den Abgleich dezentraler Daten
Mit dem Projekt "GUIDE - PoC Meldewesen" wurde eine Lösung aufgebaut, welche es den Einwohnerinnen und Einwohnern der Städte Zürich und St. Gallen erlaubt, ihre Umzugsmeldung bei einem Wohnsitzwechsel von Zürich nach St.Gallen (oder umgekehrt) aber auch innerhalb dieser beiden Städte über ein Webportal im Internet elektronisch zu melden. Mit dieser Umzugsmeldung werden die Einwohnerregister der Städte Zürich und St. Gallen sowie zusätzliche Register der beiden Kantone Zürich und St. Gallen abgeglichen.Der Bürger muss weder bei der Weg- noch bei der Zuzugsgemeinde persönlich vorbei gehen. Ebenfalls ist keine separate Information anderer Stellen der öffentlichen Verwaltung mehr notwendig.Der Wohnortswechsel wird dabei bequem und einfach über ein Internetportal eingegeben und allen angeschlossenen Verwaltungsstellen elektronisch zugestellt. In einem späteren Ausbau können auch private Firmen wie Banken, Versicherungen oder Telekommunikationsunternehmen bedient werden, sofern die Bürgerinnen und Bürger dies wünschen.
Wer profitiert durch das Projekt?
Sowohl die Bürger als auch die Verwaltungsstellen aller Ebenen
Methoden und Partner
- Projektabwicklungsverfahren nach Hermes: Vorstudie, Vertrag, Detailkonzept, Realisierung, Einführung, Betrieb
- Kantone und Städte Zürich und St.Gallen sowie die weiteren Realisierungspartner Siemens Schweiz und das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen
Probleme bei der Umsetzung
Grosse Herausforderungen im ProjektDie beteiligten Partner waren sich der Tatsache bewusst, dass mit diesem Staatsebenen-übergreifenden (Kanton - Kanton, Kanton - Gemeinde) Projekt nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch Neuland betreten wird, indem bislang datentechnisch autonome Behörden neu gemeinsam über einen übergeordneten (föderierten) Workflow im Zusammenhang mit ihren Einwohnerdaten verfügen. Entsprechend wurde von allen Parteien der kurzfristig erzielbare kommerzielle Nutzen des Projekts als nicht vorrangig erachtet, da es bei diesem konkreten Projekt wie bereits einleitend beschrieben um den Nachweis der Machbarkeit ging.Grosse Herausforderungen, welche jedoch stets partnerschaftlich gelöst werden konnten, stellten sich beispielsweise bei der Projektorganisation und dem Projektmanagement heraus. Allein der Findungsprozess (Ziele, Begrifflichkeiten, Systemgrenzen, Verantwortlichkeiten, finanzielle und ressourcenseitige Verbindlichkeiten) war zeitraubend und aufwändig, auf der anderen Seite aber auch sehr wertvoll und lehrreich. Der Wille aller Beteiligten, dieses absolut innovative Pionierprojekt zum Erfolg zu führen, war der Schlüssel zur Zielerreichung.Bereits bei der Analyse und anschliessenden Modellierung des Prozesses Umzug mit seinen Ausprägungen stellte sich nämlich heraus, dass die (Teil)Prozesse und Begriffe unterschiedlich sind, die Komplexität eines vermeintlich einfachen Geschäfts in fachlicher, organisatorischer, rechtlicher und technischer Hinsicht höher ist als, als ursprünglich angenommen, die Realisierung von Schnittstellen zu bestehenden Systemen, insbesondere zu den Einwohnerkontrollsystemen, sehr aufwendig ist.Die Anforderungen an den Datenschutz und an die Informatiksicherheit, insbesondere auch die Verfahren der Identifizierung und Authentisierung wurden intensiv diskutiert. Hier galt es, mit geeigneten innovativen Mechanismen und Vorkehrungen den hohen Anforderungen gerecht zu werden. Favorisiert war zuerst die Authentisierung mittels Kreditkarten, Bankkarten und Postkarten aber auch der Gesundheitskarte. Alle diese Ansätze waren jedoch wegen gesetzlichen oder vertraglichen Einschränkungen nicht zielführend.
Problemlösungen
Durch zielorientierte, vorwärtschschauende Haltung aller Beteiligten, konstruktive Dialoge und lösungsorientierte Meetings. Offenheit für neue kreative Lösungsansätze war zwingend.
Ergebnisse und Wirkungen
- Anhahl elektronische Umzüge von Bürgern in und zwischen den beiden Städten Zürich und St.Gallen.
- Indirekt: Anzahl verkaufter Zertifikate der Identity-Provider.
- Die Resultate, die das Projekt liefert, sind vielfältig. Obwohl von Beginn weg auf bestehenden Standards und Architekturen basiert wurde, konnten während allen Phasen des Projektes umfassende Studien durchgeführt werden, deren Ziel es war, die gewählten, für E-Government am besten geeigneten IT-Architekturen, Sicherheitslösungen und Datenübertragungsverfahren noch einmal zu optimieren. Zudem wurden ethische, soziale sowie rechtliche Aspekte des E-Governments umfassend untersucht, um eine hohe Benutzerakzeptanz zu gewährleisten. Durch dieses interdisziplinäre Vorgehen konnte von Projektbeginn an sichergestellt werden, dass der von GUIDE verfolgte und von der EU massgeblich unterstützte Ansatz einer offenen, auf Standards basierenden E-Government Lösung erfolgreich umgesetzt werden konnte.
Innovativste Elemente des Projekts
- Identifikation über Bürger-Zertifikate und externe Provider
- Metaportal als Einstiegsportal für verschiedene Online-Services von Kantonen und Städten/Gemeinden
- sichere Transport- und Integrationsplattform
Elemente die das Projekterfolgreich machen
- staatsebenen übergreifende Zusammenarbeit
- neueste aber dennoch etablierte (Internet-)Technologien
- PPP (Private-Public-Partnership)
- Kreativität und kooperatibe, lösungsorientierte Haltung aller Beteiligten
- Gesamtprozessorientierung: Bürger - Verwaltung - Verwaltung - Bürger
Elemente die auf andere Verwaltungen übertragbar sind
- Identifikationslösung
- Metaportal
- Schnittstellen zu Einwohnerkontrolllösungen
- sichere Transaktionsplattform
Lessons learned und Empfehlungen für ähnliche Projekte
- Es gibt für jede Herausforderung eine Lösung
- E-Government ist analog E-Banking übergreifend umsetzbar, wenn die Partner wollen und die Fürhungsebene den Prozess unterstützt sowie die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellt
- Organisation ist wichtiger als Technik
- Es braucht Zeit, ein gemischtes Team zu formieren und zusammen zu bringen
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Zum Autor:
Christian Dolf, Projektleiter des Online-Bürgerservice Meldewesen