Wegen der CO2-Problematik und der hohen Energiepreise befindet sich die Kernenergie wieder im Aufwind. Dies führt zu einem vermehrten Bedarf an Fachkräften. Auf der anderen Seite werden zurzeit viele Nuklearexperten der ersten Generation pensioniert. Dabei geht wertvolles Wissen verloren. Um diese Verluste zu minimieren hat die HSK ein einfaches und trotzdem nützliches Wissensmanagement aufgebaut und in das bestehende Managementsystem integriert.

Ausgangslage des Projekts:

Die HSK durchläuft zurzeit einen Generationenwechsel. Innerhalb von drei Jahren werden rund ein Viertel der erfahrenen Experten der ersten Generation pensioniert. Gleichzeitig wird wegen der gestiegenen Nachfrage die Gewinnung und Einführung von neuen Mitarbeitenden immer aufwändiger. Die HSK muss ihre neuen Mitarbeitenden vermehrt selbst einführen, aus- und weiterbilden. Dafür fehlen ihr heute das spezifische Know-how und die Ressourcen. Das Personalakquisitionsproblem wird durch im Branchenvergleich teilweise unattraktive Anstellungsbedingungen verschärft (Lohnniveau, Abbau von Pensionskassenleistungen).

Ziel des Projekts:

Um ihr internes Know-how zu sichern, muss die HSK ihre Personalakquisition vermehrt auf junge, gut ausgebildete Fachleute ausrichten und diese selbst einführen und ausbilden. Die dafür benötigten Strukturen sind aufzubauen. Als zusätzliche Massnahme soll das Wissensmanagement ausgebaut werden. Der Anteil des strukturierten, allgemein zugänglichen Wissens soll erhöht und die aktive Verteilung von Information ausgebaut werden.

Wer profitiert durch das Projekt?

Vom Projektergebnis profitieren verschiedene Gruppen. Die Neueintretenden Mitarbeiter/innen kommen in den Genuss einer systematischeren Einführung. Für alle Mitarbeiter/innen verbessert sich der Zugang zu den für die Arbeit benötigten Informationen. Aus einer übergeordneten Sicht werden die benötigten personellen Ressourcen und Kompetenzen sichergestellt und die Effizienz des Amtes verbessert.

Methoden und Partner

Das Wissensmanagement der HSK beruht auf zwei Pfeilern. Für den Bereich des taziten Wissens wird wie oben erwähnt das Personal systematisch und konsequent ausgebildet und gefördert. Als zusätzliche Massnahmen kommt ein Mentoringprogramm zur Anwendung.
Die Bereitstellung des expliziten Wissens erfolgt über ein Dokumentenmanagementsystem mit einem sehr einfachen Benutzerinterface und einer gut ausgebauten Suchfunktionalität. Zentral in beiden Bereichen ist die tiefe Integration im Managementsystem. Damit wird sichergestellt, dass der Wissensbedarf systematisch erhoben, Wissensziele gesetzt und deren Erreichung überprüft werden.

Das Projekt wurde im Wesentlichen mit internen Ressourcen bewältigt. Einzig für die Zusammenstellung der internationalen "best practice" bei Kernenergiebehörden und die Programmierung der EDV-Lösung wurden externe Partner beigezogen.

Probleme bei der Umsetzung

Das Hauptproblem ist die Verzettelung. Es gibt zuviel und nicht zuwenig Wissen und zuviel und nicht zuwenige Ansätze, wie man dieses Wissen managen könnte. Dies resultierte in einer Vielzahl von lokalen Datensammlungen und Pilotprojekten, welche erhebliche Ressourcen banden und wenig Nutzen brachten.
Ein weiteres Problem sind EDV-Lösungen, welche von den Benutzern nicht akzeptiert und in der Folge auch nicht verwendet werden.

Problemlösungen

Durch systematisches Vorgehen nach dem Ansatz der Managementsysteme und frühzeitigen Einbezug der zukünftigen Anwender.

Ergebnisse und Wirkungen

Umfassende Dokumentendatenbank mit sämtlichen relevanten Dokumenten. Das Dokumentenmanagementsystem wird intensiv genutzt. Das Personalentwicklungskonzept ist erstellt.

Die Information ist für alle leicht zugänglich. Die Personalentwicklung ist systematisch.

Innovativste Elemente des Projekts

Integration von Wissensmanagement im Managementsystem. Benutzerinterface des Dokumentenmanagementsystems.

Elemente die das Projekterfolgreich machen

Die einfache intuitive Bedienung für die Anwender
 

Elemente die auf andere Verwaltungen übertragbar sind

Die Schuldenbremse kann grundsätzlich als ganzes auf andere Verwaltungsebene übertragen werden. Bereits in der Vergangenheit diente sie etlichen Kantonen als Motivation beziehungsweise Vorlage, eine eigene finanzpolitische Regel zu entwickeln. In letzter Zeit stösst die Schuldenbremse auch im Ausland, insbesondere in Deutschland, auf vermehrtes Interesse. 

Lessons learned und Empfehlungen für ähnliche Projekte

Frühzeitiger Einbezug der Anwender, einfache und erweiterbare Lösungen welche bereits in einer frühen Phase einen Nutzen bringen.

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Zu den Autoren:

Georg Schwarz und Jean-Claude Veyre, Projektleitung