Ein Gastbeitrag von Georg Büchler

Standards ermöglichen das Zusammenspiel von Produkten verschiedener Hersteller, ohne dass diese sich vorgängig absprechen oder auch nur kennen müssen.

Machen wir ein Beispiel: Ich kann meine Lampe online in Deutschland kaufen und die Glühbirne im Fachhandel in der Schweiz, und letztere passt in erstere, weil beide Produzenten den gleichen Standard implementiert haben. Die Glühbirne kann ich auch in eine andere Lampe einsetzen, oder für die Lampe ein neues LED-Leuchtmittel kaufen; die Standardisierung verhindert, dass man nur jeweils zugehörige und vom selben Hersteller produzierte Teile verwenden kann.

Das SIP

Im Fall der digitalen Archivierung sind die Hersteller Anbieter von Softwarelösungen für das Dokumenten- und Datenmanagement und die Entwickler von Archivsoftware. Dem Einschrauben der Glühbirne entspricht die medienbruchfreie und automatisierte Ablieferung von archivwürdigen Unterlagen vom Aktenproduzenten an das zuständige Archiv.

Die Rolle des Glühbirnensockels übernimmt im E-Government eine Schnittstelle, das Submission Information Package (Ablieferungsinformationspaket) oder kurz SIP. So «passen» Dokumente und Daten in das Archiv, egal welche Softwarelösung dahintersteht.

Anforderungen an das Paket

Das grundlegende Referenzmodell für die digitale Archivierung, das Reference Model for an Open Archival Information System OAIS (ISO 14721), skizziert die Anforderungen an ein solches Paket: Es ordnet Primär- und Metadaten verschiedener Art einander zu, ermöglicht es, dass archivierte Daten auch noch in dreissig oder fünfzig Jahren lesbar sind und dass sie als vertrauenswürdig und als Original festgelegt sind. Basierend auf dem OAIS-Referenzmodell hat die 2011 gegründete eCH-Fachgruppe Digitale Archivierung ihr erstes Produkt erstellt, den Standard eCH-0160, Archivische Ablieferungsschnittstelle (SIP).

Dieser Standard beruht auf einer im Schweizerischen Bundesarchiv entwickelten SIP-Spezifikation, die ihrerseits auf dem GEVER-Metadatenmodell I017 des Bundes aufbaut. Sie erlaubt es, strukturierte Unterlagen automatisch aus einem GEVER-System abzuliefern. Dies gilt auch für andere Dateiablagen oder Fachanwendungen. Die Metadaten zu diesen Unterlagen können direkt ins Archivinformationssystem importiert werden. Die genaue Struktur der abgelegten Informationen erlauben es, dass sie maschinell geprüft werden können.

Standard im GEVER-System verankert

Im E-Governement gelten die Archivgesetze ganz gleich wie in der Papierwelt: Staatliche Unterlagen von bleibendem Wert kommen am Ende ihres Lebenszyklus ins zuständige Archiv, wo sie langfristig archiviert und zugänglich gemacht werden. Die gesetzliche Grundlage ist dabei das eine, die einfache und automatisierte Umsetzung das andere. Hier liegen die Stärken und der spezielle Wert von eCH-0160.

 Die Schnittstelle ist in den verbreiteten GEVER-Systemen implementiert und wird auch bei Archivierungsvorhaben aus anderen Applikationen eingesetzt. Die Tatsache, dass es sich um einen eCH-Standard handelt, verleiht ihr ein Gewicht und eine Akzeptanz, die sonst nur schwierig zu erreichen wären.

Verschiedene Archivalienarten

Seit 2015 ist eCH-0160 v1.1 die aktuelle Version, wobei die Vorgängerversion 1.0 weiterhin gültig bleibt. Mittelfristig sind Weiterentwicklungen unabdingbar: Aktuell ist die Schnittstelle für Unterlagen aus GEVER-Systemen optimiert, sie sollte andere Archivalienarten aber genauso aufnehmen können. Dem Standard eCH-0160 stehen also noch etliche Jahre bevor.

 

 


 

 

Georg Büchler, lic. phil.

Koordinationsstelle für die dauerhafte Archivierung elektronischer Unterlagen KOST, Archivar

Leiter der eCH-Fachgruppe Digitale Archivierung

 

 

Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.“ Dieser Satz wird vom österreichischen Komponisten Anton Bruckner überliefert. In der Informatik darf man überall dort gegen dieses Prinzip verstossen, wo Time-to-Market alles ist, Entwicklungskosten kein Thema sind und Nachhaltigkeit nur verwunderte Blicke auslöst, beispielsweise bei innovativen Finanzdienstleistungen für Kunden mit sehr viel Geld. Überall sonst aber sollte man zuallererst in das Schaffen eines guten Fundaments investieren!

Der Staat unter Druck

Vor zehn Jahren war es erfreulich, dass im Schweizer E-Government an vielen Orten in vielen Projekten vorwärts gemacht wurde, ohne viel über ein gemeinsames Fundament nachzudenken. Nun wird es aber Zeit, dieses nachhaltig zu bauen. Die Vorstösse mehren sich, staatliches Handeln gleich ganz der Privatwirtschaft, der Suprastaatlichkeit oder der Gesellschaft zu übergeben. Als Speerspitze der Entstaatlichung wird die Blockchain-Technologie von vielen Akteuren forciert. Aber auch die Wissensunterschiede zwischen Wirtschaft und Staat in den Bereichen künstliche Intelligenz (KI) und Nutzung von Crowds werden ins Feld geführt, wobei gerade Letzteres die Legitimation staatlichen Handelns hinterfragt: Wenn die Wirtschaft nicht nur mehr Technologiewissen besitzt, sondern auch mehr Partizipation erreicht, dann wird es für staatliche Institutionen eng. Es geht dann nicht mehr um die klassische Diskussion „vollumsorgender Sozialstaat oder schlanker Minimalstaat“, sondern um Peter Druckers so berühmtes „Really Reinventing Government“. Darin fordert Peter Drucker, dass jene Ämter die einen sehr guten Job machen mehr Steuergeld bekommen sollen, während jene Ämter, die seit langem einen schlechten Job machen, ohne Rücksicht auf staatspolitische Überlegungen geschlossen werden sollen. Alle, die dazwischen liegen in der Leistung, sollen eine Bewährungsauflage bekommen und danach entweder zu den sehr guten oder zu den geschlossenen Ämtern zählen. Das wäre eine radikal konsequente Leistungsverwaltung. Blockchains, Plattformen mit hohem Vertrauen bei den Jungen, KI und Crowds könnten ihr zum Durchbruch verhelfen.

Die Rechtfertigung staatlicher Strukturen

Grosse Veränderungen dauern lang. Es bleibt deshalb genug Zeit, den radikalen Thesen des Vaters der Managementwissenschaften, Peter Drucker, staatspolitische Argumente entgegenzusetzen, die auch im Digitalisierungszeitalter Bestand haben. Das beginnt damit, dass die Verwaltung beweisen muss, dass im öffentlichen Bereich ein durch den Souverän kontrolliertes Informationsmanagement tatsächlich mehr Gemeinwohl schafft als privatwirtschaftliche Lösung (z.B. durch die Big Five Apple, Amazon, Facebook, Google, Microsoft) oder gesellschaftliche Lösungen (basierend auf Blockchains). Denn im Zeitalter der digitalen Transformation wird das Beherrschen des Informationsmanagements immer mehr zur zwingenden Voraussetzung für legitimiertes öffentliches Handeln.

Die Rolle des Datenmanagement

Die Basis für ein gutes Informationsmanagement stellt das Datenmanagement dar. Das gilt insbesondere für alle Bereiche, in denen bisher die Verwaltung tätig war. Daten müssen einfach und kostengünstig in geeigneter Qualität zugreifbar sein. Im Fall staatlichen Handelns sind das Daten über Bürger/Bürgerinnen und Einwohner/Einwohnerinnen, Daten über juristische Personen und Daten über Objekte im Land.

Die Rechte Betroffener müssen dabei gewahrt bleiben: das Recht auf Schutz der Privatsphäre, das Recht, dass die richtigen Daten bei Verwaltungsakten benutzt werden und das Recht, dass keine unzulässige datenbasierte Diskriminierung stattfindet. Wichtig ist auch eine übersichtliche nationale Datenarchitektur, die auf hoher Abstraktionsebene Orientierung bietet (1), die Beziehungen zwischen lokaler und übergreifender (kantonaler, nationaler, internationaler) Datenhaltung aufzeigt (2) und ein einfaches Finden der benötigten Daten ermöglicht (3), wo dies nicht automatisiert ist.

Damit all diese unterschiedlichen Anforderungen an das Datenmanagement erfüllt werden können, ist es notwendig, eine Datenintegration durchzuführen. Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass in vielen Fällen Interoperabilität den gleichen Nutzen bringt wie eine umfassende Standardisierung. Sie ist dann vorzuziehen, weil sie die liberalere und die nachhaltigere Lösung darstellt.

Gegenargumente

Allerdings gibt es Gegenargumente gegen ein Saubermachen im Datenstall der Verwaltung. Eines ist, dass der Technologiefortschritt es zunehmend überflüssig macht, überhaupt Ordnung bei den Daten zu halten. Dieses Argument hat einen grossen wahren Kern, verschweigt aber eine nicht ganz vernachlässigbare Voraussetzung: Es gilt für Organisationen, die über Topinformatikteams verfügen und ein Managementteam besitzen, dass den erfolgreichen Umgang mit Cutting Edge Technologien beherrscht. Diese Voraussetzungen zu erfüllen macht für Unternehmen in hochdynamischen Märkten sehr viel Sinn, doch die staatliche Verwaltung ist nur in Ausnahmefällen mit ähnlich dynamischen Umweltbedingungen konfrontiert.

Ein anders Gegenargument ist, dass die Blockchain-Technologie uns das Ordnung Schaffen abnimmt, und damit die Verwaltung die hoheitlichen Aufgaben der Datenverwaltung weitgehend der Gesellschaft übergeben kann. Auch das hat einen grossen wahren Kern. Blockchains können helfen, eine vertrauenswürdige Datenbasis dort zu etablieren, wo Korruption und kriminelle Energie dies bisher verhindert haben. Ausgehend von den Ansprüchen in der Schweiz funktionieren aber Blockchains ohne übergreifende Ordnung in der Datenhaltung nicht.

Ordnungsprinzipien fürs Ordnung Schaffen
Wie aber soll man das Saubermachen im Datenstall angehen? Es gibt einige klassische Prinzipien, Visionen und Konzepte, die Orientierung bieten bei der Verbesserung des Datenmanagements in der Verwaltung.

  1. Prinzip Minimalität der Register: Die „Drei Kernregister“-Vision besagt, dass es in der Verwaltung nur drei Kernregister gibt (für Menschen, für juristische Personen und für Objekte) und damit die Redundanz beim Datenmanagement reduziert und die Fehler weitgehend eliminiert werden können. Einige europäische Länder werden dies bis 2020 weitgehend umgesetzt haben.
  2. Prinzip Minimalität der Eingaben (aus Klientensicht): Die „Only Once“-Vision besagt, dass Daten von den Einwohnern und den Unternehmen der Verwaltung als Ganzes nur einmal geliefert werden, unabhängig von der Organisationsstruktur der Verwaltung. Derzeit wird die Vision im europäischen Grosspiloten TOOP für Unternehmen ausprobiert.
  3. Prinzip Minimalität der bezogenen Informationen (aus Klientensicht): Das Konzept „Massgeschneiderte Informationsbereitstellung“ besagt, dass Betroffene bei der Informationssuche die für ihren Kontext massgeschneiderten Informationen bekommen und deshalb keine Schwierigkeit bei deren Beurteilung haben. Das Konzept geht über die Strukturierung nach Lebensepisoden hinaus und hat u.a. in Österreich zu grossen Einsparungen geführt.
  4. Maximalität der Valorisierung von Informationen: Die „Open Government Data“-Vision besagt, dass Daten möglichst oft genutzt werden, vor allem auch durch verwaltungsexterne Nutzer/Nutzerinnen – wo immer dies aus rechtlicher Sicht komplikationsfrei möglich ist. Der Bundesrat hat dazu eine Strategie für die Jahre 2014 – 2018 formuliert.

In Zusammenhang mit dem Prinzip „Minimalität der Eingaben“ gibt es zwei weitere Prinzipien, die über eine Datenbereinigung hinausgehen, auf dieser aber basieren: Das „No Stop Government“ Prinzip besagt, dass der oder die Betroffene nicht mehr selber aktiv werden muss, beispielsweise beim Beantragen von Stipendien, weil nicht jene belohnt werden sollen, die besonders geschickt beim Beantragen sind. Und die Idee „Klientengesteuertes Beziehungsmanagement (CCRM)“ besagt, dass ein personalisiertes Portal die Interaktionen mit der Verwaltung soweit managt, dass nur mehr Kontrollaufgaben für die betroffenen Einwohner bzw. Unternehmen anfallen.

Über den Autor: Prof. Dr. Reinhard Riedl ist Leiter des BFH-Zentrums Digital Society und Vizepräsident des E-Government Symposiums Schweiz

Im Rahmen der info society days 2010 zeigte das Swiss eGovernment Forum am 9./10.3. die neuesten Trends und Entwicklungen in der Verwaltung im Bereich eGovernment auf. Zusätzlich wurden Praxisbeispiele präsentiert.

Tagungsinhalt Dienstag, 9. März 2010: Verwaltungsübergreifende Zusammenarbeit – Prozessmanagement als Erfolgsfaktor.

(klicken Sie hier für den Tagunsinhalt Mittwoch, 10. März 2010)

Programm

Verwaltungsprozesse sind oft übergreifend und erfordern Zusammenarbeit, statt isoliertes Vorgehen. Deshalb kann das Potenzial von eGovernment nur voll ausgeschöpft werden, wenn es gelingt, dass Behörden verwaltungsübergreifend kooperieren. Dazu braucht es mehr als gut gestaltete, klar beschriebene und sauber dokumentierte Prozesse. Gefordert sind vor allem abteilungsübergreifende Transparenz und ein gemeinsames Kulturverständnis. Ein ganzheitliches, übergreifendes Prozessverständnis wird damit zu einer der wichtigsten Herausforderungen für erfolgreiches eGovernment.Wie kommt man zu einem ganzheitlichen Prozessverständnis? Wie schafft man transparente, nachvollziehbare und effiziente Geschäftsabläufe? Welches ist die Rolle der ICT in der Prozesserstellung? Wie weit ist die Verwaltung von der Prozesskultur entfernt? Wie werden übergreifende Prozesse implementiert? Antworten darauf geben die Plenumsreferate des Vormittags. Am Nachmittag bieten Foren eine vertiefte Behandlung der Thematik. Im Rahmen von Solution-Präsentationen legen Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kantonen und Gemeinden Erfahrungsberichte vor, sprechen über Erwartungen, Hemmnisse und realisierten Nutzen.

Referenten

eGovernment als Standortvorteil, Referat von Eric Scheidegger, Botschafter, Stellvertretender Direktor SECO und Leiter Direktion Standortförderung
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Die Qualität und Leistungsfähigkeit von E-Government entwickelt sich zu einem wichtigen Faktor der Standortattraktivität von Städten, Regionen, Kantonen und Ländern. Neben Kriterien wie Bildungsniveau oder Lebensqualität legen Unternehmen bei der Standortwahl verstärkt auch Wert auf Behörden, mit denen administrative Prozesse rasch und einfach abgewickelt werden können. Mit dem elektronischen Identitätsnachweis SuisseID lanciert der Bund im Jahr 2010 ein wichtiges Instrument, um dem elektronischen Geschäftsverkehr in der Schweiz zum Durchbruch zu verhelfen.

Keine Prozessorientierung ohne Kulturwandel, Referat von Benno Häfliger, CEO Metaversum AG, Mitglied eCH Fachgruppe Geschäftsprozess-Management
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Jede Verwaltung funktioniert prozessorientiert – ist sich dessen aber nicht wirklich bewusst. Die grosse Herausforderung für eGovernment liegt darin, in der Verwaltung dieses Bewusstsein zu entwickeln.

Verwaltungsprozesse müssen auf die Kundenprozesse ausgerichtet, oder mit diesen synchronisiert werden. Die Verwaltung muss bürger- und unternehmensorientiert denken und handeln. Die Mitarbeitenden der Verwaltung müssen an horizontal durch die Verwaltung verlaufenden Prozessen mitgestalten. Das intrinsische Denken hat hier keinen Platz. Der Föderalismus bedingt Individualität, was auf Prozessebenen "Regeln" bedeutet.

Zahlreiche Verwaltungen auf Gemeinde- und Kantonsstufe versuchen mit allen Mitteln im Sinne von Word, Excel, Powerpoint, Vision, Aris und weiteren Prozesse zu erfassen. Dabei entstehen Konflikte durch eine uneinheitliche Auffasung der Aufgabe resp. Resultate, der nicht erwünschten Transparenz und der Verlustangst der Autonomie. Mittels Workshops und Leitfaden (StarterKit eCH) soll Abhilfe kommen. Die Psychologie bleibt dabei meistens auf der Strecke. Chefs sind hier ebenso gefordert wie ein integrales Vorgehen mit einer feinfühligen Projekt-Kommunikation.

Beispiele aus der Praxis aus Kantonen und Gemeinden werden kurz präsentiert und kritisch hinterfragt. Ein Allgemein-Rezept gibt es noch nicht, wohl aber gute Ansätze.

Effiziente, nachvollziehbare und flexible Geschäftsabläufe, Referat von Prof. Dr. Knut Hinkelmann, Fachhochschule Nordwestschweiz, Hochschule für Wirtschaft
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Der Vortrag zeigt die Vorteile und mögliche Umsetzung aktueller Forschungen zu agilen Geschäftsprozessen für das E-Government in der Schweiz. Durch eine Kombination mit Geschäftsregeln werden Prozessmodelle vereinfacht und deren Ausführung flexibler. Werden die Prozessmodelle darüber hinaus noch so gestaltet, dass sie als Referenzmodelle dienen können, entsteht ein weiterer Nutzen, indem sie zum Beispiel über PloneGov veröffentlicht und allen Interessierten zur Verfügung gestellt werden können. Semantische Technologien ermöglichen es dann, (Referenz)-Prozesse auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Bürger und Unternehmen zu adaptierten!

Verwaltungsübergreifende Prozesse erfoglreich umsetzen, Referat von Thomas Berger, Organisations- und Informatikberater, berger consulting
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Der Vortrag schafft die Verbindung zwischen der Theorie des Prozessmanagements und der Projektpraxis. Ausgangspunkt bildet eine Modellsicht auf E-Government mit den Prozessen zwischen Wirtschaft, Privatpersonen und Verwaltung. Daran und an einem Umsetzungsprojekt der Registerharmonisierung werden wichtige Faktoren für erfolgreiches Projektmanagement bei der Optimierung verwaltungsübergreifender Prozesse aufgezeigt. Ergänzend zum Management einzelner Projekte wird auf die Implementierung von Managementmodellen zur kontinuierlichen Prozessoptimierung eingegangen.

Praxisbeispiel Bund: Verwaltungsübergreifendes Prozessmanagement – Möglichkeiten und Grenzen der IT, Referat von Eva Prader, Bundesamt für Informatik und Telekommunikation BIT, Vizedirektorin, Leiterin Hauptabteilung Lösungszentrum
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Die Informationsgesellschaft fordert je länger je mehr eine moderne Verwaltung, welche ihre Prozesse organisationsübergreifend, elektronifiziert und medienbruchfrei gestaltet – eine Herausforderung für alle Beteiligten! Erste Anwendungsbeispiele wie die Datenaustauschplattform sedex oder die Sicherheitsinfrastruktur AdminPKI konnten erfolgreich realisiert werden. In dem Referat sollen aus Sicht IT die Fragestellungen und Möglichkeiten von verwaltungsübergreifendem Prozessmanagement aufgezeigt werden.

Praxisbeispiel Kantone: Online Einreichen von Baubewilligungen, Referat von Gerrit Goudsmit, KSD, Geschäftsführer
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Im Rahmen des Projekts Reference eGov (Seco) wurden in Zusammenarbeit mit dem Seco, der KSD Schaffhausen, Vertretern von 5 Gemeinden und dem Bauinspektorat des Kantons Schaffhausen drei Leistungen aus dem eGovernment Katalog des Bundes erarbeitet. Frau Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel berichtet über den Auslöser, den Ablauf und die Umsetzungen, sowie den bisherigen Erfahrungen bei der Einführung der Leistungen Baugesuch, Feuerungsgesuch und Kanalisationsanschlussgesuch im Kanton Schaffhausen

Praxisbeispiel Städte/Gemeinden: Reorganisation des Bewilligungswesens in Basel-Stadt, Referat von Klaus Meyer, Leiter Koordinationsstelle Bewilligungswesen, Kantons- und Stadtentwicklung
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Zwischen 2007 und 2009 wurde das Bewilligungswesen des Kantons Basel-Stadt einer umfassenden Reorganisation unterzogen. In engere Kooperation von rund 20 Verwaltungsstellen aus fünf Departementen konnten dabei wesentliche Verbesserungen in den Arbeitsabläufen und im Dienstleistungsangebot für Bevölkerung und Wirtschaft erzielt werden. Im Verlauf des Umsetzungsprozesses standen neben operationellen, technischen und finanziellen Aspekten auch grundsätzliche Fragen wie "Öffnung der Verwaltung" und "Übertragung von Verantwortung an die Bevölkerung"  im  Blickfeld. Mit der Einrichtung einer zentralen Koordinationsstelle für das Bewilligungswesen soll der angestossene Prozess nun  departementsübergreifend und unter Beizug von Bevölkerung und Wirtschaft kontinuierlich fortgesetzt werden

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Tagungsinhalt Mittwoch, 10. März 2010: Unternehmen und Bürger im Fokus – von der Verwaltung zum Dienstleistungszentrum.

Programm

Mit speziellem Themen-Track für Gemeinden

Wirtschaft und Bürger erwarten eine unkomplizierte und rasche Abwicklung ihrer Anliegen. Dies erfordert u.a. durchgängige eGovernment-Angebote und ein Dienstleistungszentrum mit einem zentralen Ansprechpartner, damit man sich nicht im Dschungel von Zuständigkeiten und Behörden verliert. Dazu braucht es verkürzte Kommunikationsabläufe, eine raschere Erledigung der einzelnen Arbeitsschritte, durchgängige, medienbruchfreie Verwaltungsprozesse sowie eine geregelte und wirtschaftliche Dokumentation.

Welche Erwartungen haben Bürger und Wirtschaft konkret? Wie kommunizieren Gemeinde-, Stadt- und Kantonsverwaltungen in Zukunft mit Bürgern und Unternehmen? Wann wird die elektronische Signatur alltagstauglich? Wie schafft man eine hohe Servicementalität? Wie verändert sich die Gemeindeinformatik? Wie viel darf das bürgernahe Dienstleistungszentrum kosten? Antworten darauf geben die Plenumsreferate des Vormittags. Am Nachmittag bieten Foren eine vertiefte Behandlung der Thematik. Im Rahmen von Solution-Präsentationen legen Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Städten und Kantonen Erfahrungsberichte vor, sprechen über Erwartungen, Hemmnisse und realisierten Nutzen.

Referenten

Mit vielen Ohren hört man besser, Referat von Stefan Meierhans, Preisüberwachung PUE
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Gemäss Preisüberwachungsgesetz Art. 7 kann jede/r, die/der vermutet, eine Erhöhung oder Beibehaltung eines Preises sei missbräuchlich, dies dem Preisüberwacher schriftlich melden. In der ersten Jahreshälfte sind beim Preisüberwacher auf diese Weise über 1500 Bürgermeldungen eingegangen. Damit hat sich die Zahl der Beschwerden gegenüber der gleichen Zeitperiode im Vorjahr mehr als verdoppelt.

Um dem gesteigerten Informationsbedürfnis unserer Gesellschaft Rechnung zu tragen, setzt der Preisüberwacher verstärkt auf moderne Kommunikationsmittel. Er gibt über Herausforderungen, Intentionen und erste Erfahrungen als „Ombudsman 2.0“ Auskunft.

Pragmatische Lösungen sind gefragt, Referat von Dominique Reber, Mitglied der Geschäftsleitung economiesuisse
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 "Zentral koordinieren, dezentral realisieren“, so fasste BR Merz die Stossrichtung für die Umsetzung der eGovernment Strategie des Bundes die Aufgabe von Bund, Kantonen und Gemeinden für die Umsetzung der eGovernment Strategie im September 2009 zusammen. Diese Worte sind umzusetzen und zwar rasch: Die Schweiz ist im e-Readiness Ranking des renommierte economist von Platz 3 auf 9 zurückgefallen, in nur 2 Jahren. Dies ist schwer zu verstehen, denn eigentlich scheint die Strategie gemacht, die Verantwortung zugewiesen und selbst die Mittel sind verfügbar.

Aus Sicht der Wirtschaft geht es vor allem darum, dass gehandelt wird und dies in partnerschaftlichem Sinn. Gefragt sind kantonale und kommunale Stellen: Sie müssen Prozesse vereinfachen und Lösungen finden, wie eGovernment die Standortqualität verbessern kann.

Handlungsspielräume, Chancen und Stolpersteine für die Veränderung, Referat von Jürg Brändli,lic.oec.HSG, MPA unibe, Inhaber PublicPerform – Beratung in Public Management
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Die öffentliche Verwaltung hat ein Problem: Sie und ihr Umfeld befinden sich in einem stetigen, tief greifenden Wandel; sie hat immer mehr und komplexere Aufgaben zu bewältigen; Bürgerinnen und Bürger zeichnen sich durch eine zunehmende Anspruchshaltung gegenüber dem Staat (und der öffentlichen Verwaltung) aus; im Gegenzug gehen die Einnahmen zurück resp. werden der Verwaltung notwendige Mehreinnahmen verwehrt. In diesem Spannungsfeld zwischen Verwaltung, Politik und Bürger / Kunde, sind eine Vielzahl von Changedrivers zu erkennen, die Handlungsspielräume beeinflussen, neue Problemstellungen schaffen und gleichzeitig auch neue Lösungspotenziale und Perspektiven in bisher nicht gekanntem Masse eröffnen. Auftretende Stolpersteine sind adäquat zu berücksichtigen und proaktiv zu vermeiden.

Der ewige Ruf nach Kundenorientierung, Referat von Dr. Lukas Summermatter, Projektleiter am IDT-HSG, Vorstandsmitglied der SGVW
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Der Ruf nach einer verstärkten Orientierung des Verwaltungshandelns an den Bedürfnissen von BürgerInnen und Unternehmen ist nicht neu und wurde nicht erst seit E-Government laut. Vielmehr ist es eine seit den NPM-Reformen der frühen 90er Jahre schon fast penetrant vorgetragene Forderung. Das Referat geht der Frage nach, wieso dieser Ruf nicht verstummt. Wird die Forderung von der Verwaltung konsequent überhört? Oder ignorieren die Rufenden die Veränderungen in der Verwaltung.

SuisseID für einen einfachen und sicheren elektronischen Geschäftsverkehr, Referat von Christian Weber, Leiter eGovernment für KMU, Projektleiter SuisseID, Mitglied Expertenrat E-Gov-Strategie Schweiz, Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement EVD, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Ressort KMU-Politik
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Dank der «SuisseID» wird die Online-Welt für Anbieter und Anwender sicher und vertrauenswürdig. Die Akteure können bei Bedarf (1) ihre Identifikation nachweisen, (2) ihre Berechtigung überprüfen und (3) ihren Datenaustausch digital signieren.

Das ist besonders bei sensitiven Anwendungen unverzichtbar, z.B. (1) bei Geschäftstransaktionen, (2) im Behördenverkehr und (3) im Gesundheitswesen. Die Privatsphäre sowie der Datenschutz bleiben gewahrt, Sicherheit und Transparenz sind gewährleistet.

Dank universeller Nutzbarkeit und Einhaltung wichtiger Standards ist die «SuisseID» zukunfts- und ausbaufähig. Das Verhältnis von Kosten und Nutzen ist für alle Beteiligten attraktiv. Dies ist sowohl aus Gründen der Investitionen als auch der Benützung sehr wichtig.

Deshalb empfehlen wir die «SuisseID» zur raschen und möglichst flächendeckenden Implementierung und Nutzung in allen wichtigen Anwendungsgebieten einer modernen Informationsgesellschaft. Dies betrifft auch die möglichst frühe und stufengerechte Schulung.

Praktische Erfahrungen und Lösungen im ICT-Bereich, Referat von Hanspeter Bosshard, Inhaber der hpb business engineering gmbh, Finanzvorstand Stadt Wetzikon und VR-Mitglied Regionales Informatikzentrum RIZ AG Wetzikon
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E-Government nutzt die Potentiale der Informationstechnologien für eine leistungsfähige öffentliche Verwaltung, für mehr Bürgerbeteiligung und Demokratie. Als Teil einer umfassenden Modernisierung der öffentlichen Verwaltung kann E-Government wesentlich dazu beitragen auf die zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen auszurichten. Erfolgreiches E-Government dient sowohl der Verwaltung als auch den Bürgern, Unternehmen und Organisationen. Welche praktische Erfahrungen habe ich im Vergleich zur Privatwirtschaft gemacht und wie sehen Lösungsansätze aus.

Die Einwohner im Fokus: So kommuniziert die moderne Gemeinde, Referat von Jacqueline Badran, Geschäftsführerin, Zeix AG und Gemeinderätin Stadt Zürich
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Die informative Tagung war dem aktuellen Entwicklungsstand des eGovernment in der Schweiz gewidmet. Das Thema kann als Schwerpunkt in den schweizerischen Verwaltungen bezeichnet werden, wie die beträchtliche Besucherzahl bewiesen hat.

Tagung über die Zukunft des eGovernments in der Schweiz

Die beträchtliche Besucherzahl an der nationalen Tagung „eGovernment in der Schweiz: Mehrwert für den Service Public?“ vom Freitag, 29. April 2005 in Genf zeugte vom starken Interesse, das die Verantwortlichen der öffentlichen Verwaltungen dem Thema eGovernment entgegenbringen. Nahezu 150 Vertreterinnen und Vertreter von Verwaltungen, Unternehmen und Fachhochschulen hörten sich die zahlreichen Erfahrungsberichte an und konnten auch von konkreten Empfehlungen profitieren. Die Tagung fand unter dem Patronat des Bundesprojektes eVanti.ch statt, das vom Informatikstrategieorgan des Bundes (ISB) ins Leben gerufen worden ist. Ziel der von eVanti.ch gemeinsam mit dem Verein eCH und dem Kanton Genf organisierten Tagung war es, der Umstellung des Schweizer Service Public auf eGovernment neue Impulse zu verleihen.

Nach einer kurzen Einleitung von Jürg Römer, dem Delegierten für die Informatikstrategie des Bundes, wurde die Tagung offiziell von Martine Brunschwig Graf, der Präsidentin des Genfer Staatsrates, eröffnet. Die Genfer Regierung betonte, dass die Modernisierung der Verwaltung durch die Einführung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) auch eine Neugestaltung der Verwaltungsabläufe bedingt.

Der informative und lehrreiche Vormittag war dem aktuellen Entwicklungsstand in der Schweiz gewidmet. Jean-Jacques Didisheim vom ISB analysierte die Schwierigkeiten, auf die man bei der Umsetzung von eGovernment in der Schweiz wegen des Föderalismus bisher gestossen ist. Der Föderalismus bedarf noch gewisser Anpassungen an die Informationsgesellschaft. Nach Auffassung des Vizepräsidenten des Vereins eCH, Guy Wuilleret, bietet die Standardisierung eine Möglichkeit zur Behebung dieser Schwierigkeiten. Auch Jean-Marie Leclerc, Leiter des Zentrums für Informationstechnologien, bestätigte in seinem Referat über das Genfer Projekt diesen Standpunkt. Jean-Loup Chappelet vom IDHEAP (Institut de hautes études en administration publique, Lausanne) rief die Verantwortlichen des eGovernments zum Einsatz geeigneter Führungsinstrumente auf, um den wirtschaftlichen Nutzen der Investitionen in die Online-Verwaltung zu ermitteln.

Anschliessend wurde den anwesenden Führungskräften der öffentlichen Verwaltungen, den Informatikverantwortlichen sowie den politischen Vertreterinnen und Vertretern ein Überblick über die bisherigen Erfahrungen in der Schweiz geboten (Bundesgericht, seco und Kanton Genf). Der Genfer Staatskanzler Robert Hensler ermahnte die eGovernment-Verantwortlichen, ihre Anstrengungen wieder stärker auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger auszurichten.
Am Nachmittag befassten sich die Teilnehmenden mit der Suche nach Lösungen und Ideen zur Verbesserung der Rentabilität der IKT-Investitionen in der Schweiz.

Die eigens an die Tagung angereisten Vertreterinnen und Vertreter der Regierungen Frankreichs, Belgiens und Kanadas öffneten anschliessend den Blick aufs Ausland, indem sie internationale Best Practices auf diesem Gebiet vorstellten. Gilles Bon-Maury, von der französischen Agence pour le Développement de l’Administration Electronique (ADAE), konnte eine erfreuliche Zwischenbilanz ziehen. Geoffroy Laviolette, eGovernment-Experte des Wallonischen Regionalrates, beschrieb die Herausforderungen, mit denen Belgien konfrontiert ist. Schliesslich erläuterte Ed Fine, der Change-Verantwortlichen in Kanada die vorrangige Bedeutung des Personalmanagements im Rahmen dieser kleinen „Revolution“ in den öffentlichen Verwaltungen. Zum Abschluss forderte Alt-Nationalrat Jacques Neirynck alle Akteure auf, in ihren Anstrengungen zur Umgestaltung und Modernisierung des Service Public in der Schweiz nicht nachzulassen.

Höhepunkt der Tagung war das vom Journalisten Edgar Bloch (agefi) geleitete Podiumsgespräch. Die Diskussion, an der sich mehrere Referentinnen und Referenten der Tagung beteiligten, drehte sich vor allem um die in der Schweiz vorhandenen Mittel, damit in den öffentlichen Verwaltungen unseres Landes ein Mehrwert erzielt werden kann. Xavier Comtesse, Westschweizer Direktor von Avenir Suisse, betonte, dass gegenwärtig in der Schweiz optimale Rahmenbedingungen bestehen, um Fortschritte erzielen zu können. Dies setzt jedoch einen effizienten Einsatz der IKT voraus, damit der fragliche Mehrwert für die Unternehmen sowie die Bürgerinnen und Bürger beziehungsweise Steuerzahlenden wirklich erbracht wird.

Ansprechperson:

Louis Belle, Projektleiter eVanti.ch
031 323 45 05
www.evanti.ch
Am 29. April 2005 organisierte eVanti.ch zusammen mit dem Verein eCH und dem Kanton Genf die nationale Tagung "eGovernment in der Schweiz: Mehrwert für den Service Public?" im Crédit Suisse Forum in Genf.

Nahezu 150 Vertreterinnen und Vertreter der öffentlichen Verwaltungen, Unternehmen und Fachhochschulen hörten sich zahlreiche Erfahrungsberichte an und konnten von konkreten Empfehlungen profitieren. Ziel dieser Tagung war es, der Umstellung des Schweizer Service Public auf eGovernment neue Impulse zu verleihen.

Tagungsprogramm:

 "La cyberadministration en Suisse : quelle plus-value pour le service public?"

Medienmitteilung:

 Tagung über die Zukunft des eGovernments in der Schweiz

Flyer und Informationen:

 "La cyberadministration en Suisse : quelle plus-value pour le service public?"

 Teilnehmerliste der eGovernment-Tagung

Referate:

 Normalisation dans la cyberadministration, Referat von Guy Wuilleret, Verein eCH

 La cyberadministration en Suisse : quelle plus-value pour le service public? , Referat von Louis Belle, Projektleiter eVanti

 La cyberadministration en Suisse : quelle plus-value pour le service public? , Referat von Jürg Römer, Delegierter für die Informatikstrategie des Bundes

 Où en est la Suisse dans la mise en oeuvre de la cyberadministration? , Referat von Jean-Jacques Didisheim, Informatikstrategieorgan Bund ISB

 Cyberadministration à Genève : De la vision à la réalité, Referat von Jean-Marie Leclerc, Centre des technologies de l’information Etat de Genève

 L’évaluation de la cyberadministration, Referat von Prof. Jean-Loup Chappelet, Hochschulinstitut für öffentliche Verwaltung (IDHEAP), Lausanne

 Elektronische Transaktionen im juristischen Bereich, Referat von Jacques Bühler, Bundesgericht Lausanne

 Cyberadministration, L’identification électronique dans l’administration en ligne à Genève, Referat von Jean-René Eudes, Centre des technologies de l’information Etat de Genève

 Allègement des procédures d’autorisation : l’ambition d’un guichet unique, Referat von Anne de Chambrier, Staatssekretariart für Wirtschaft (seco)

 Le vote éélectronique lectronique comme nouveau dialogue citoyen, Referat von Robert Hensler, Staatskanzler des Kantons Genf

 Das ADELE Programm 2004-2007: Erste Bilanz und Perspektiven, Referat von Annie Henrion, ADAE – Directrice Stratégie

 Wall-on-line: La Wallonie monte en ligne, Referat von Geoffroy Laviolette, eGovernment der Region Wallonne, Belgien

 Organisatorisches Kapital und Humankapital, Referat von Ed Fine, Kanada

 Der eGovernment-Staat Schweiz zwischen Perfektion und Trägheit, Jacques Neirynck, Honorarprofessor der ETH Lausanne

Beim Swiss eGovernment Forum 2011 standen zwei Themen im Vordergrund: eGovernment zwischen Innovation und Wirtschaftlichkeit sowie neue Arbeits- und Kommunikationsformen in der Verwaltung.

Tagungsinhalt Dienstag, 8. März 2011: eGovernment zwischen Innovation und Wirtschaftlichkeit

(klicken Sie hier, um zum Tagungsinhalt des 9. März 2011 zu gelangen)

Programm

Die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger und der Wirtschaft nach Online-Abwicklungen und verbesserter Dienstleistungsqualität steigen stetig. Das Angebot der Verwaltung kann mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten. Grund dafür sind die knappen finanziellen und personellen Ressourcen. Gefordert sind neue innovative Lösungen, die dieser Knappheit an Finanzen und Personal Rechnung tragen.

Referenten

Transparenz – Innovation – Effizienz durch eGovernmentReferat von Franz-Reinhard Habbel, Sprecher des Deutschen Städte und Gemeindebundes, Leiter des Innovators Club

Der Public Sector steht vor einer gewaltigen Transformation. Aus der Siloverwaltung muss eine Netzwerkverwaltung werden. Kooperation und Collaboration sind das Gebot der Stunde. Bürger werden zu Co-Produzenten. Das setzt Transparenz in Politik und Verwaltung voraus. Wir brauchen flexible Rahmenbedingungen, die auf die unterschiedlichen Anforderungen unterschiedlich reagieren. Eine innovative Verwaltung ist ein wichtiger Standortfaktor.

Work Anywhere – Arbeit sinnvoll im physischen und virtuellen Raum verorten, Referat von Kevyn Eva Norton, Program Manager New World of Work, Microsoft Schweiz GmbH

Die moderne Arbeitswelt lässt Institutionen und Individuen umdenken wo, wann und wie sie am effektivsten zusammenarbeiten. Der Arbeitsplatz von Wissensarbeitern verändert sich von einem eindeutigen Ort zu überall dort, wo wir gerade sind. Besprechungen werden in Räumen und immer mehr auch in virtuellen Räumen abgehalten. Das Referat zeigt anhand von Beispielen aus der Forschung und Praxis wie sich der Begriff des Arbeitsortes verändert, in welche Richtung er sich weiterentwickelt und welche Herausforderungen und Chancen dies mit sich bringt.

eGovernment in der Kosten- und Innovationsfalle? Referat von Rolf Busch, Partner und Mitglied der Geschäftsleitung, CSP AG, Competence Solutions Projects

Die Schweiz kommt in internationalen Ratings zu eGovernment seit Jahren nicht richtig vom Fleck und die Rufe nach Innovation und Verbesserung in eGovernment werden lauter. Gleichzeitig stehen Verwaltungen aktuell unter massivem Spardruck. Verzichtsplanungen und Sparprogramme prägen die Budgetdiskussionen. Zu allem Übel erzielen viele eGovernment Projekte keinen ausweisbaren monetären Nutzen. Steckt eGovernment in der Falle?

Rück- und Ausblick E-Government Schweiz, Referat von Stephan Röthlisberger, Programm-Manager, Geschäftsstelle E-Government Schweiz

Portfolioevaluation nach qualitativen Kriterien bei E-Government Schweiz, Referat von Astrid Strahm, Verantwortliche Programm-Monitoring, Geschäftsstelle E-Government Schweiz

Mit dem Ziel, Aussagen zur Wirtschaftlichkeit und insbesondere zum qualitativen Nutzen der E-Government Vorhaben machen zu können, hat E-Government Schweiz das gesamte Portfolio der priorisierten Vorhaben mittels dem Nutzenmodell „Utilitas" evaluiert. Das Referat stellt die Methode und deren Möglichkeiten und Grenzen im strategischen Umfeld vor.

Vom Papier zu eForms-III, Referat von Christian Mühlethaler, lic.oec.publ., Stadtschreiber, Stadt Bülach und Peter Opitz, lic.rer.pol., Geschäftsführer, Opitz New Media GmbH/Zürich  

Die Stadt Bülach realisierte zusammen mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO ein E-Government-Pilotprojekt. Das Ziel: ein funktionstüchtiges Referenzmodell zu implementieren und für alle Partner Wissen zu generieren. Zuerst wurde der Geschäftsprozess „Todesfall" dokumentiert und harmonisiert; danach mittels einer neuen Technologie, eForms III, informatisiert. Vorteil: bestehende Formulare ablösen, relevante Daten nur einmal erheben sowie medienbruchfrei zirkulieren und bearbeiten können.

Der Zukunft auf der Spur – Anforderungen der Informationsgesellschaft an die moderne Verwaltung, Referat von Peter Gruetter, Distinguished Fellow, Cisco

Die Entwicklung des Internets von der Informations- zur Kommunikations- und Innovationsplattform und der Kulturwandel in der Verwaltung, ihre Oeffnung und Kundenorientierung, verbunden mit der Bereitschaft, neue Partnerschaften und Aufgabenteilungsmodelle einzugehen, das sind die Schlüsselfaktoren. Betritt die Verwaltung jetzt noch proaktiv das Spielfeld der sozialen Medien, wird sie sich im Dreieck Leistungsfähigkeit, Kohäsionsvermögen und Innovationskraft ganz vorne positionieren.

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Tagungsinhalt Mittwoch 9. März 2011: Neue Arbeits- und Kommunikationsformen in der Verwaltung

Programm

E-Government als Gemeinschaftswerk von Bund, Kanton und Gemeinden, Referat von Marcel Schwerzmann, Regierungspräsident und Finanzdirektor des Kantons Luzern, Präsident der Schweizerischen Informatikkonferenz

E-Government kann nur erfolgreich sein, wenn die verschiedenen öffentlichen Hände als Hauptaktuere auf allen drei Stufen zusammenarbeiten und koordinieren. Die Zeit ist nun reif, die Plattformen technisch und prozessual aufeinander abzustimmen. Bürgerinnen und Bürger sind genauso wie die Unternehmen daran interessiert, elektronisch mit den Behörden zusammen zu arbeiten, verlangen aber zurecht nach einer einfachen und standardisierten Lösung zum Beispiel für Sicherheit und Identifikation.

IT-Sourcing: Viele Wege führen nach Rom – eine Navigationshilfe, Referat von Oliver Vaterlaus, Dipl. El.-Ing. ETH, MBA HSG, Partner AWK Group

IT-Sourcing ist ein Schlagwort, das je nach Perspektive und persönlichen Erfahrungen „Fluch" oder „Segen" darstellt. Wie bereits aus dem Titel ersichtlich, gibt es beim IT-Sourcing nicht einfach „richtig" oder „falsch", sondern je nach Bedürfnissen ganz unterschiedliche Modelle. Das Referat zeigt Überlegungen auf – im Sinne einer Navigationshilfe –, welche sich im Zusammenhang mit Outsourcing stellen, und erläutert den Ablauf eines typischen Vorhabens. Dabei werden Trends und auch aktuell gängige Modelle im Umfeld der öffentlichen Verwaltungen aufgezeigt.

Cloud Computing für die Verwaltung – wie wird es wirklich gemacht? Referat von Dr. Ursula Widmer, Dr. Widmer & Partner, Rechtsanwälte, Bern und Hanspeter Christ, dipl. Ing. ETHZ, stv. Leiter BGDI Webinfrastruktur, Bundesamt für Landestopografie swisstopo

Viele reden über Cloud Computing und kaum einer hat es bisher gemacht. Falls Sie an einer kostengünstigen, flexiblen, sicheren und erfolgreichen IT-Lösung interessiert sind, erfahren Sie in diesem Referat, wie Sie ein Cloud Computing Projekt erfolgreich planen und realisieren können. Beim Bezug von IT-Dienstleistungen aus der Cloud stellen sich im Vorfeld zahlreiche technische, organisatorische und rechtliche Fragen. Die Referenten zeigen anhand von Praxisbeispielen und einem Erfahrungsbericht aus der Praxis (swisstopo), wie Cloud Computing Projekte erfolgreich rechtlich (aus vertraglicher und datenschutzrechtlicher Sicht), organisatorisch und technisch anzugehen sind.

IT Sourcing Strategie der Stadt Luzern, Referat von Felix Zünd, Leiter Prozesse und Informatik der Stadt Luzern

Die traditionelle Form des Sourcings der Informatikleistungen wird zunehmend auch in der öffentlichen Verwaltung in Frage gestellt. Es beherrrschen nun die Begriffe – Insourcing ,Outsourcing und Partsourcing die Diskussion. Was ist aber die passende Strategie, was ist zu berücksichtigen und was sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Strategie- das sind die elementaren Fragen, die letztendlich beim Entscheid zu beantworten sind. Damit der Entscheid getragen werden kann, sind nicht nur die technische und organisatorische Fragen zu klären. Letztendlich muss die Strategie durch die politischen Instanzen mitgetragen werden. In Luzern werden die diversen Fragestellung intensiv diskutiert. Im Referat werden die Überlegungen dahinter und die vorläufigen Ergebnisse präsentiert.

Umgang mit Social Media in der Verwaltung, Referat von Gregory Gerhardt, Geschäftsführer Amazee Labs

Social Media wie Facebook, Twitter oder Youtube entwickeln sich unaufhaltsam zum Mainstream-Phänomen. Noch ist die private Verwendung die Regel. Zunehmend verwenden aber auch Unternehmen und Gemeinwesen Social Media für die interne und externe Kommunikation.

Welches sind die führenden Verwaltungen? Was sind die Chancen und die Risiken von Social Media? Soll den Mitarbeitern Zugang zu Plattformen wie Facebook oder Twitter gewährt werden? Diese Fragen und mehr werden in diesem Referat beantwortet.

Social medias im Alltag der Stadtverwaltung St.Gallen, Referat von Urs Weishaupt, Leiter Fachstelle Kommunikation, Stadt St.Gallen

Die Entwicklung von web 2.0. geht nicht spurlos an der Verwaltung vorbei. 2 Mio. Schweizerinnen und Schweizer haben sich diesen interaktiven Medien verschrieben. Wir werden unsere Kommunikation darauf ausrichten müssen. Antworten sind schnell, unmittelbar, jederzeit und dialogisch gefordert. Web 2.0 bringt die 24-Std. Gesellschaft in die Verwaltung. Unser hierarchisches Verständnis der Kommunikation wird bald nicht mehr zu erklären sein. Web 2.0 bringt eine Demokratisierung der Kommunikation.