Zwei Verwaltungsmodelle

Die Struktur der öffentlichen Verwaltungen wird hier durch die Anzahl Departemente, deren Spitze die 156 Regierungsräte bilden (Stand am 31.12.2008), sowie die 1110 Dienste ausgedrückt, welche diesen unterstellt sind. Die durchschnittliche Anzahl Dienste pro Kanton (43) ist ein Indikator für den Umfang des Staates. Sie variiert von 105 in Genf bis 16 in Obwalden. Seit 2006 bestehen zwei Verwaltungsmodelle mit sieben oder fünf Departementen, die in je 13 Kantonen vorzufinden sind.

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Bezüglich der internen Aufteilung besitzen die Kantone Genf, Basel-Landschaft und Freiburg eine höhere Anzahl Dienste pro Departement (15; 11; 10), während sich andere (NW, OW und TI) für eine konzentriertere Struktur mit weniger als vier unterstellten Einheiten entschieden haben.


Tendenz zur Konzentration

Sowohl für die Departemente wie auch für die Dienste ist eine Tendenz hin zu einer Konzentration festzustellen. Gesamtschweizerisch ist die Anzahl Departemente von 165 im Jahre 2004 auf 156 im 2008 gesunken, während sich die Anzahl Dienste von 1259 auf 1100 reduziert hat. Diese Verringerung korrespondiert aber nicht mit einer Verkleinerung der Grösse des Staates, sondern vielmehr mit einer Reorganisation der lokalen Verwaltungsführung. Zudem kann eine Tendenz hin zu einer Harmonisierung der Praktik zwischen den Kantonen festgestellt werden.

 

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Die Entwicklung der Strukturen gibt einen Eindruck bezüglich administrativer Reformen und der Modernisierung des Staates, welche bisweilen dem Beispiel der Bundesverwaltung folgen oder diesem sogar vorangehen. Sie gibt aber auch Informationen über die Grösse und das Volumen staatlicher Leistungen. Die Reformen führten so zu einer Verringerung der Anzahl Departemente: -25% für den Zeitraum 1990 bis 2008. Die Anzahl Dienste wurde nach einer starken Erhöhung zwischen 1996 und 2004 (+19%) reduziert. Es lassen sich zwei Tendenzen beobachten: für 13 Kantone eine mehr oder weniger starke Reduktion der Anzahl Dienste (von -2% (TG) bis -52% (LU) und eine Erhöhung für elf Kantone von +6% (AG) bis +104% (AR).

 

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Der Mittelwert der Departemente beträgt 7,1 Dienste im Vergleich zu 5,6 im Jahre 1990. Die Modernisierung führt demnach nicht obligatorisch zu einer Verringerung der Staatsgrösse, zum Beispiel im Bezug auf Arbeitsplätze. In einigen Kantonen haben jedoch Verwaltungsreformen die politisch-administrative Führung durch eine Reduktion der Anzahl Regierungsräte verändert, die der Anzahl Departemente entspricht.

Der Text und die Karten stammen aus dem Buch: «Staatsatlas. Kartografie des Schweizer Föderalismus».

Die SGVW wird über die nächsten Monate verteilt etwa alle sieben Wochen einen kurzen Fokusartikel mit den entsprechenden Karten zu den folgenden Hauptthemen veröffentlichen:

In einigen Wochen lesen Sie hier bei uns den Artikel zur NPM und der Modernisierung des Staats. Seien Sie gespannt!

Weitere Informationen zum Staatsatlas erhalten Sie von Christophe Koller, Verantwortlicher für die BADAC, Projektleiter am IDHEAP und operationale Direktor der ESEHA, Tel. +41 (0)21 557 40 67, E-Mail: [email protected].

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C. Koller, A. Hirzel, A.-C. Rolland, L. de Martini (2012), Staatsatlas. Kartografie des Schweizer Föderalismus / Atlas de l’Etat. Cartographie du fédéralisme suisse, Zürich: NZZ-Libro, 2012.