Anteil der Angestellten nach Arbeitsgebertyp

In 2008 arbeiteten 322’942 Personen für die öffentliche Zentralverwaltung**. Am meisten in Zürich 57’747, gefolgt von Bern mit 54’105. Am wenigsten in Appenzell Innerrhoden (344). 35’162 Personen (10,9%) waren beim Bund angestellt, 136’967 (42,3%) bei den Kantonen (inkl. Bezirke), 115’368 (35,6%) bei den Gemeinden und 36’555 (11,3%) bei einer den öffentlich-rechtlichen Körperschaften zugehörigen Einheit. Zwischen 1995 und 2008 hat sich die Anzahl Angestellter letzteren Typs beinahe verdoppelt (Erhöhung von 17’000 auf 36’500). Die Kantone und Gemeinden bleiben der wichtigste Arbeitgeber der öffentlichen Hand mit relativ stabiler Entwicklung bei den Gemeinden und einer geringen Erhöhung bei den Kantonen. Die Entwicklung der Arbeitsplätze nach Arbeitgebertyp ist in der Grafik weiter unten dargestellt.

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Die Kantone der lateinischsprachigen Schweiz sind am stärksten kantonalisiert, während in der Mehrheit der deutschsprachigen Kantone sowie im Wallis mehr Personen auf kommunaler Ebene angestellt sind. Beschäftigte in öffentlich-rechtlichen Körperschaften sind in Zürich, Neuenburg sowie im Kanton Waadt übervertreten. Der Anteil Angestellte auf Bundesebene ist am stärksten in den Kantonen BE, NE, OW, SH, TI und UR, was auf die Präsenz von Bundesämtern sowie Aktivitäten der Armee und des Zolls zurückzuführen ist.

Verwaltungsdichte nach Arbeitsgebertyp

Die Zentralverwaltungsquote pro 1000 Einwohner ermöglicht es, die Grösse des Staates im Vergleich zur Bevölkerung zu messen. Dieser Indikator deckt die folgenden vier institutionellen Einheiten ab: Bund, Kantone und Bezirke, Gemeinden und öffentlich-rechtliche Körperschaften. Alle Ebenen zusammengenommen ist die Verwaltungsdichte in den beiden städtischen Grenzkantonen am höchsten (Basel-Stadt mit 63 und Genf mit 61 VZS pro 1000 Einwohner), aber auch in Bern (Bundeshauptstadt, 56). Die lateinischsprachige Schweiz, die Grenzgebiete und die Zentren weisen eine überdurchschnittliche Bevölkerungsdichte auf, was für Gebiete mit grösseren sozio-ökonomischen Vorteilen typisch ist.

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Auf Kantonsebene ist der Staat in der Romandie (FR, GE, JU, VD) am ausgeprägtesten (46 auf 1000 Einwohner total), ebenfalls in Basel-Stadt (41), während in Aargau, Schwyz und Zürich weniger als 10 von 1000 Einwohnern beim Kanton angestellt sind. Die Dichte der Arbeitsplätze auf Gemeindeebene (total 36,7) ist in der Ostschweiz und in Zürich am höchsten, am geringsten in Basel-Stadt (2,1) sowie im Kanton Freiburg (5,2), Letzterer kennt noch immer das System der Bezirke.

Im Jahre 2008 waren 7,8 Personen (in VZS) auf 1000 Einwohner beim Bund beschäftigt mit einem Maximum von 23 in Bern und einem Minimum von null in Appenzell Innerrhoden. In Basel-Stadt und Zürich wird die grösste Dichte an Arbeitsplätzen in öffentlich-rechtlichen Körperschaften gezählt (12,2 und 15,5 VZS auf 1000 Einwohner; 8,4 im gesamtschweizerischen Durchschnitt gegenüber 0,15 in Schwyz sowie 0,2 in Freiburg).

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Unter den Städten verfügen die kantonalen Hauptorte im Allgemeinen über die höchsten Dichten. Dies gilt besonders für Städte, in denen Bundes- und/oder Kantonsinstitutionen angesiedelt sind, wie Bern (164,2 auf 1000 Einwohner), Ittigen (132), Aarau (118,2), Liestal (117,8) und Bellinzona (117,6). Die tiefsten Werte lassen sich in Richterswil, Chêne-Bougeries und Arth (<3) finden. Die Verwaltungsdichte ist ebenfalls in den Tessiner Städten und im Espace Mittelland erhöht und liegt in den Zürcher Städten sowie in denjenigen der Romandie tiefer. Dies erklärt sich durch die grössere Anzahl Städte, welche in die Berechnung einbezogen wurden (wenn in einem Kanton lediglich eine Stadt oder ein Hauptort, in welchen die Verwaltung angesiedelt ist, berücksichtigt wird, führt dies zu einem erhöhten Wert).

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Zwischen 2001 und 2005 ist ein Zuwachs an Arbeitsplätzen in der öffentlichen Verwaltung in nahezu allen Städten feststellbar. Die folgende Periode ist hingegen durch einen Rückgang in einigen Städten geprägt. Dies gilt vor allem für grosse Städte (Zürich, St. Gallen, Bern, Genf), aber auch Montreux, Binningen und Reinach. Die Mehrheit verzeichnet jedoch eine Zunahme, die in Bellinzona, Onex, Gossau und Lugano am stärksten ausfällt.
** Öffentliche Zentralverwaltung: Öffentliche, nicht marktwirtschaftliche Einheiten, also die Verwaltung im engeren Sinne der Rechtsformen 20–24: Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, öffentlich-rechtliche Körperschaften (BFS-BADAC).

Der Text und die Karten stammen aus dem Buch: «Staatsatlas. Kartografie des Schweizer Föderalismus».

Die SGVW wird über die nächsten Monate verteilt etwa alle sieben Wochen einen kurzen Fokusartikel mit den entsprechenden Karten zu den folgenden Hauptthemen veröffentlichen:

In einigen Wochen lesen Sie hier bei uns den Artikel zur Evolution der staatlichen Strukturen. Seien Sie gespannt!

Weitere Informationen zum Staatsatlas erhalten Sie von Christophe Koller, Verantwortlicher für die BADAC, Projektleiter am IDHEAP und operationale Direktor der ESEHA, Tel. +41 (0)21 557 40 67, E-Mail: [email protected].

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C. Koller, A. Hirzel, A.-C. Rolland, L. de Martini (2012), Staatsatlas. Kartografie des Schweizer Föderalismus / Atlas de l’Etat. Cartographie du fédéralisme suisse, Zürich: NZZ-Libro, 2012.