Die Stadt St.Gallen bewegt sich bewusst aktiv im Web 2.0 und betreibt neben diversen Facebook-Seiten, zweier Twitter-Accounts, einem virtuellen Stadtführer auf Foursquare, einem Bildarchiv auf Flickr und einem Stadtratblog mit MySG auch eine eigene Partizipationsplattform, auf der Menschen aus St. Gallen gegenseitig in Kontakt treten. Ziel dieser Anstrengungen ist ein verstärkter Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie die Förderung von Partizipation. Auch der Trend hin zu mobilen Endgeräten wurde erkannt und eine mobile Website sowie eine App entwickelt. Die Social Media Bemühungen der Stadt werden von der Fachstelle Kommunikation koordiniert. Interessierte Dienststellen können sich über die Möglichkeiten beraten lassen und werden bei der Implementierung sowie während dem Betreib der Angebote begleitet.
Ein kurzer Rückblick zeigt Aufwand und Nutzen von MySG, Facebook und Twitter in der Stadtverwaltung St.Gallen auf.

MySG
Die eigene Plattform MySG startete im Oktober 2010 als Experiment und wurde aufgrund erster Erfahrungen im April 2011 stark überarbeitet. Seit April 2011 wird sie als offizielle Partizipationsplattform der Stadt St. Gallen eingesetzt. Von anfänglich 300 Besuchern pro Tag konnte sich die Seite im Verlauf des Jahres 2011 auf rund 1‘200 Besucher pro Tag steigern. Unter der Rubrik „Aktuell“ wird durch die Fachstelle Kommunikation monatlich ein städtisches Thema aufbereitet. Nutzerinnen und Nutzer sollen sich informieren, diskutieren und sich eine Meinung bilden. Um den Dialog zwischen Stadt und Bürgern zusätzlich zu fördern, werden auch News von der Website www.stadt.sg.ch mit einem Link zum MySG-Forum versehen. Die Verlinkung zwischen den verschiedenen Plattformen ist allgemein ein zentraler Faktor für den Erfolg der verschiedenen Angebote. Längerfristig plant die Stadt, jene MySG-Rubriken die sich bewährt haben, in die städtische Website zu integrieren. Nach aktuellen Statistiken handelt es sich dabei um die Rubriken „Aktuell“, „Forum“ und „Events“.
Der Aufwand für eine eigene Plattform ist gegenüber der Nutzung von bestehenden Social Networks wie Facebook oder Twitter um ein Vielfaches höher. Entwicklung, Weiterentwicklung und Bewirtschaftung sind dabei die entscheidenden Stichworte. Nach knapp einem Jahr hat sich der monatliche Aufwand bei ca. 20 Stunden eingependelt. Natürlich sind auch die Kosten für eine eigene Plattform massiv höher als bei der Nutzung von bestehenden Angeboten.

Facebook und Twitter
Auf Facebook ist die Stadt mit diversen Seiten vertreten. Während die „Rathaus Stadt St.Gallen“ Seite erwartungsgemäss in den ersten Monaten nicht tausende von „Gefällt mir“ Klicks generierte, steht nun eine „St. Gallen“ Seite in Zusammenarbeit mit St.Gallen-Bodensee Tourismus kurz vor der Umsetzung. Die Facebook-Seite „St.Gallen“ soll im Gegensatz zur Seite „Rathaus Stadt St.Gallen“ nicht nur amtliche, sondern vor allem allgemeine Informationen zu St.Gallen aus den Bereichen Kultur, Sport, Wirtschaft, Tourismus, Events, etc. anbieten. Damit soll die Seite ein breiteres Publikum ansprechen, eine grössere Community an sich binden und eine sinnvolle Alternative zu bestehenden Seiten – die alle mit Spam überfüllt sind – bieten. Der tägliche Aufwand für die städtische Facebook-Seite beläuft sich aktuell auf ca. 20 Minuten. Anders sieht es im Bereich der Jugendarbeit aus, wo Mitarbeitende nicht nur eine Seite bewirtschaften, sondern auch persönlich als Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner online sind. Dort ist der tägliche Aufwand entsprechend höher.
Twitter hat sich in der Stadt St. Gallen sehr erfolgreich entwickelt. Mit rund 950 „Followern“ liegt St. Gallen im Vergleich mit anderen Schweizer Städten ganz vorne. Twitter eignet sich hervorragend zur schnellen Verbreitung von Informationen und fördert den Dialog zwischen Verwaltung und Bürgern. Die Stadt St.Gallen tritt fast täglich in den Dialog mit Followern, nimmt Wünsche entgegen, beantwortet Fragen oder leitet Anliegen weiter. Aufgrund der vielen positiven Feedbacks geht hervor, dass die Follower auch den „rund um die Uhr“ Service, den St. Gallen auf Twitter versucht anzubieten, schätzen. Der zeitliche Aufwand für das Twitter-Profil „sanktgallen“ beläuft sich auf täglich rund 30 Minuten.



Zum Autor:
Roman Kohler, Fachstelle Kommunikation, Bereich Social Media

Weitere Informationen:
– Übersicht Social Media St. Gallen: Newsroom
– Merkblatt Social Media St. Gallen auf Anfrage
– Stadtverwaltung Hamburg: Social Media – Hinweise, Rahmenbedingungen und Beispiele.