Mit der Einführung des Tarifsystems SwissDRG* werden ab dem 1. Januar 2012 die Investitionen in die Fallpauschalen eingerechnet. Die Spitäler müssen somit ihre Investitionsvorhaben vorfinanzieren. Mit dem Einbezug der Investitionen in die Fallpauschalen werden zudem neue Wettbewerbselemente ins Gesundheitswesen eingefügt: Neben dem Alter des Immobilienparks gewinnen die Eigenkapitalstärke und die Risikofähigkeit des Spitals mit Eigentümerfunktion bei der Mittelbeschaffung zur Finanzierung der Investitionen stark an Bedeutung. Weil auch der Bodenpreis eingerechnet wird, spielt auch der Standort künftig eine wichtige Rolle. Die PricewaterhouseCoopers-Studie „Spitalimmobilien – Hoher Investitionsbedarf, unsichere Finanzierung“ wertet 291 Spitalimmobilien in drei Kantonen zu dieser Thematik aus.

Im Bereich der Spitalimmobilien sind Investitionsentscheidungen (wie auch in allen anderen Wirtschaftssektoren) von weitreichender Konsequenz, die im Extremfall bis zur Existenzfrage gehen kann. 

Die Investitionsfolgekosten wirken sich langfristig aus und können entscheidend werden für die wirtschaftliche Zukunft der Spitäler. Im Fokus jeder Investitionsentscheidung müssen deshalb die Lebenszykluskosten stehen. Durch medizintechnische Entwicklungen und aufgrund der fortgeschrittenen Alterung der Spitalimmobilien sind in vielen Spitälern Investitionen in die Immobilien erforderlich.

Damit Spitäler in ihrer Funktion als Eigentümer die richtigen Entscheidungen treffen können, sind sie als allererstes dringend auf die detaillierte Kenntnis ihrer Ist-Situation angewiesen, um die Konsequenzen aus der Umsetzung der neuen rechtlichen Bestimmungen abzuschätzen und die erforderlichen Massnahmen zu veranlassen. Die künftigen Bedürfnisse des Gesundheitswesens sind ausschlaggebend für Investitionsentscheidungen. Die entstehenden Kosten werden einerseits zu erhöhten Behandlungspreisen oder andererseits zu einer erhöhten Effizienz der Spitaler, oder einer Kombination von beidem, führen.

Die in der PwC-Studie erhobenen Kennzahlen bilden dafür eine gute Grundlage. Durch die systematische Erhebung, können die Auswertungen den involvierten Spitälern auch für Vergleichszwecke dienen.

Die ausführliche Studie "Spitalimmobilien – Hoher Investitionsbedarf, unsichere Finanzierung" ist auf der Homepage von PricewaterhouseCoopers publiziert.

Zum Autor:
Christian Elsener, Dipl. Bau-Ing. ETH / Wirtschafts-Ing. STV, Director bei PwC im Bereich Corporate Finance Real Estate