Die SGVW-Wissensplattform ist nun schon 3 Jahre online. Was hat sich seit Ihrem Einstieg als Webmasterin verändert?

Wichtigste Entwicklung ist der rasante Anstieg der Besucherzahlen im ersten Betriebsjahr des Portals. Die tägliche Besucherzahl verdoppelte sich in den ersten 12 Monaten von 200 Personen auf gut 400. Im Jahr 2004 war ein kontinuierlicher Anstieg auf rund 700 Besucher pro Tag zu verzeichnen. In 2005 konnten wir eine stabile Kundschaft von durchschnittlich 750 online-Besuchern täglich halten. Unsere Inhalte sind schon von Anfang auf Interesse gestossen. So hat sich die Besuchstiefe schon sehr früh auf einem relativ hohen Niveau etabliert und sich dieses Jahr sogar nochmals verdoppelt: Heute sind es 5 Seitenansichten pro Besucher.

Während in der Startphase der Ausbau und die Konsolidierung des Autorennetzwerkes sowie die Verlinkung mit Partnerinstitutionen im Vordergrund standen, kann heute mehr Zeit in die Inhalte selbst investiert werden. Das Ziel, die SGVW-Wissensplattform als wichtige Informationsseite über Entwicklungen im öffentlichen Sektor zu etablieren, ist gelungen. Die Herausforderung, spannende und aktuelle Inhalte in hoher Qualität zu bieten, wird auch in Zukunft bestehen bleiben.

Wissen Sie etwas über das Profil der Kunden oder Nutzer der SGVW-Website? 

Die meisten Besucher surfen auf der SGVW-Wissensplattform während der Arbeitszeit und gaben in einer Kundenumfrage an, dieses beruflich zu nutzen (85%). Eine weitere Zielgruppe nutzt die Site für Weiterbildung (30%) und eher wenige Besucher privat (10%).

Institutionell kommen die meisten Besucher vom Kanton (30%), einer Stadt oder Gemeinden (24%), der Beratung (23%) oder auch vom Bund (16%). Immer mehr wird die Site auch von einer Nutzergruppe aus Wissenschaft und Forschung aus dem tertiären Bildungssektor besucht. Bei der Verteilung der Sprachgruppen liegen wir im Schweizer Verhältnis: Zwei Drittel der Besucher surfen auf Deutsch, ein Drittel auf Französisch.

Wie häufig erhalten Sie spontane Feedbacks, konkrete Verbesserungsvorschläge etc.? Sind die Rückmeldungen mehrheitlich positiv oder negativ?

Die meisten Feedbacks, welche ich als Webmasterin zur SGVW-Website erhalte, sind erfreulicherweise positiv. Die Autoren geben oft gute Rückmeldungen zu der grafischen Umsetzung und der Verlinkung von Zusatzinformationen. Wertvolle Verbesserungsvorschläge kommen sowohl von den vier Kernteammitgliedern als auch aus dem Netzwerk. Die Kunden verhalten sich eher zurückhaltend, weshalb ich zunehmend versuche, auch vermehrt Feedbacks anzufordern.

Negative Rückmeldungen zum Inhalt haben wir erst zwei gekriegt: Wenn ein Artikel in einen politischen Bereich vorstösst, kann es schon zu spontanen Rückmeldungen engagierter Leser kommen. In diesen Fällen bieten wir meist eine Plattform für Gegendarstellungen.

Haben Sie aufgrund der Kundenreaktionen Optimierungen realisiert?

Wir steuern die SGWV-Wissensplattform über eine Balanced Scorecard, welche qualitative und quantitative Aspekte berücksichtigt. Darin nehmen wir alle Rückmeldungen auf. Zudem haben wir Ende 2004 eine Kundenbefragung durchgeführt, welche in ein Massnahmenpaket zur Weiterentwicklung eingeflossen ist. So haben wir beispielsweise den Bereich eGovernment gestärkt, die Besucherführung verbessert und gewünschte Themen aufgegriffen. Zurzeit sind die Suchfunktion, die Sitemap und das Erscheinungsbild in Überarbeitung. Auf diese Verbesserungen freue ich mich schon!

Welche Rubriken werden am häufigsten angewählt?

Spitzenseiten sind die interaktive Linkdatenbank, die Rubrik über eGovernment und natürlich unsere stark redaktionell betreuten Brennpunkte. Auch die Schwerpunktdossiers stossen auf grosses Interesse und werden lange nach deren Aufschaltung noch rege genutzt. Interaktive Elemente wie die Kommentare zu den Links oder Online-Abstimmungen werden weniger genutzt.

Gemäss Konzept der SGVW-Website übernehmen die Netzwerkmitglieder eine wichtige "Antennenfunktion".  Welche praktischen Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Die Netzwerkmitglieder sind Spezialisten in ihrem jeweiligen Gebiet. Sie sind zentral für das Weiterleiten von aktuellen Entwicklungen auf ihrem Gebiet. Nur durch ihre Mithilfe kann ein so vielfältiger und qualitativ guter Content zustande kommen. Darüber hinaus sind die Personen aus dem Netzwerk wichtige Verbindungsknoten zu weiteren Kontakten, welche wir als Experten anfragen können. Hinter der SGVW-Wissensplattform steht das freiwillige Engagement als Grundidee. Dabei ist es natürlich klar, dass die Autoren gerne über ihre eigenen Projekte berichten. Um reichhaltige Inhalte bieten zu können, arbeiten wir mit „Ideen-Pools“ und gehen die jeweiligen Spezialisten zu einem Thema direkt an. In Zukunft ist es wichtig, das Netzwerk zu konsolidieren und in gewissen Bereichen noch auszubauen. Insbesondere der regelmässige Kontakt zu unserem Team aus der Westschweiz ist mir ein grosses Anliegen.

Haben Sie konkrete Wünsche für die Zukunft der SGVW-Website?

Ja, ich wünsche mir noch vermehrten Austausch über Themen und Kundenfeedbacks. In unserem Veranstaltungskalender sehe ich Potenzial, alle wichtigen Events anzukündigen und wünsche mir, dass Institutionen aktiv ihre Veranstaltungen eintragen. Zudem strebe ich noch eine dichtere Vernetzung mit den Kantonen und dem benachbarten Ausland an.

Welche Schwerpunkte sind im Jahr 2006 geplant?

Im nächsten Jahr kommen viele spannende Themen auf uns zu. Als Schwerpunkte greifen wir das Projektmanagement im öffentlichen Sektor, das Spannungsfeld „Politik und Verwaltung“, „Personal im öffentlichen Sektor“ und vieles mehr auf. Natürlich werden wir auch die Bundes-Verwaltungsreform 06/07 aktiv mitverfolgen.

Interview mit

Aline Stoll, Webmasterin SGVW Wissensplattform

Interview durchgeführt von

Christian Meier, Mitglied des Kernteams

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