Workshop II:

Sparen durch Anpassung von Strukturen      
(Interkantonale Zusammenarbeit, Gemeindefusionen, Shared services)

Paul Huber, ehemaliger Vorsteher des Justiz-, Gemeinde- und Kulturdepartementes des Kantons Luzern
 
Kurzes Praxisbeispiel:

Sparpotential, Effizienzsteigerung und Qualitätsverbesserung durch systematisch- pragmatische Zusammenarbeit zwischen den Zentralschweizer Kantonen (Versch. Beispiele, u.a. Zentralschweizer Aufsicht über Einrichtungen der Beruflichen Vorsorge sowie klassischen Stiftungen).
 

Vital Zehnder, Sekretär der Zentralschweizer Regierungskonferenz (ZRK)
Kurzes Praxisbeispiel:

Gemeindereform Kanton Luzern; Sparpotenzial und Langfristnutzen von Kooperationen und Zusammenschlüssen von Gemeinden; Verwaltungsgemeinschaft und Fusionsprojekt Hitzkirch
 

Bruno Keel, Leiter Gemeindeprojekte, Amt für Gemeinden Kt. Luzern
Kurzes Praxisbeispiel:

Kostengünstige Qualitätssteigerung und Ausweitung des Leistungsauftrags dank Fusion von drei Bezirksspitälern zum Hôpital du Sud.

Hans Jürg Herren, Generalsekretär der Direktion für Gesundheit und Soziales des Kantons Freiburg
 
Sprache D/F

Zusammenfassung des Workshopinhaltes

Gut funktionierende Strukturen sind zentral für die Bewältigung komplexer Aufgaben. Sie sind in Unternehmen und staatlichen Institutionen wichtig  für die Qualität der Aufgabenerfüllung und erweisen sich als tragfähig in Krisensituationen. Gegen aussen garantieren Strukturen Verlässlichkeit und Beständigkeit; auch gegenüber modischen Trends.

Die Stärke von Strukturen ist gleichzeitig einer ihrer Schwachpunkte. Je länger sie unüberprüft bleiben, umso  weniger dienen sie tendenziell ihrem ursprünglichen Zweck. Dies führt im Extremfall dazu, dass sich die Aufgabenerfüllung und die Kundenbedürfnisse nach den Strukturen auszurichten haben. Was in starker Konkurrenz ausgesetzten Unternehmen sehr schnell  tödlich ist, Die negativen Folgen des Vorrangs von Strukturen gegenüber dem Eingehen auf Kundenbedürfnisse oder gegenüber der Optimierung von Prozessen, zeigen sich in Gemeinwesen oder grossen Institutionen der Privatwirtschaft oft erst mit grosser Verzögerung. Dies erweist sich als kostspielig und uneffizient.

Der Workshop will nicht einer hektischen Reformitis das Wort reden. Diese ist oft nur Ausdruck der Haltung, etwas zu tun um nichts Grundsätzliches tun zu müssen. Strukturveränderungen müssen die Folge und nicht der Ersatz für eine Funktions- und Aufgabenüberprüfung sein. Im Zentrum muss die Frage stehen, wie eine Aufgabe besser gelöst werden kann. Besser heisst, dass einer oder mehrere der Faktoren wie Menge, Qualität, Kosten, Entwicklungspotential oder Kultur positiv verändert werden können. Erst dann ist zu entscheiden, ob und welche strukturellen Veränderungen dafür notwendig sind, bzw. in Kauf genommen werden.

Strukturveränderung schafft Betroffene. Es ist mit Widerstand zu rechnen. Sicherheiten, Gewissheiten und Traditionen (oft sind diese allerdings nicht älter als zwei drei Jahrzehnte) werden in Frage gestellt.  Der Workshop wird an Hand der Fallbeispiele die Frage diskutieren, welche Voraussetzungen gegeben sein oder geschaffen werden müssen, damit staatliche und Verwaltungsstrukturen verändert und ein intelligenter Sparbeitrag geleistet werden kann.

Fallbeispiele :

Die Ueberprüfung von Strukturen sollte ein dauernder Prozess sein. Der von den Zentralschweizer Kantonen gewählte Ansatz spürt systematisch Zusammenarbeitspotenziale auf. Dieses Potenziale werden pragmatisch auf den erzielbaren Nutzen hin überprüft und umgesetzt. Einzelne dieser Projekte haben tiefgreifende strukturelle Veränderungen zur Folge.

Nicht minder tiefgreifend sind für alle Betroffenen die in verschiedenen Kantonen, so auch in Luzern,  umgesetzten Gemeindereformen. Auch hier spielen  kurz- und mittelfristige Nutzenerwartungen eine entscheidende Rolle. Plausibilität der Nutzenversprechen und eine von Anfang an mitgedachte Erfolgskontrolle sind wichtige Voraussetzungen, dass die Offenheit für weitere notwendige Strukturüberprüfungen gefördert wird.

Die Fusion dreier Bezirksspitälern zu einer Organisation (Hôpital du Sud) ermöglichte dem Kanton Freiburg eine Verbesserung des Leistungsangebots durch Spezialisierung und die Etablierung neuer Angebote zu tieferen Kosten. 

Die Diskussion dient dem Erfahrungsaustausch unter den Anwesenden. Besonders lehrreich sind auch Beispiele von Strukturveränderungen, welche die erwarteten Ergebnissen nicht gebracht haben.