Vor rund 10 Jahren wurden in der Schweiz die ersten Pilotprojekte zur Einführung des New Public Managements (NPM) bzw. der Wirkungsorientierten Verwaltungsführung (WoV) gestartet. In einigen Kantonen und Gemeinden ist heute die flächendeckende Einführung bereits vollzogen oder zumindest geplant; eine beträchtliche Zahl von Projekten befindet sich noch in der Testphase. Generell liegen in der Tradition des Föderalismus vielfältige Ansätze vor, sowohl mit Bezug auf das Vorgehen wie insbesondere mit Bezug auf die realisierten und geplanten Lösungen (unterschiedliche Varianten hinsichtlich der Anzahl Steuerungsebenen, der Ausgestaltung der Steuerungsmodelle, der Nutzung von Steuerungsinstrumenten und -inhalten sowie der Einführung neuer parlamentarischer Interventionsinstrumente).

Evaluationsergebnisse ermöglichen eine erste Beurteilung; sie erkennen durchaus positive Entwicklungen, zeigen aber auch den Handlungs- und Optimierungsbedarf auf. Trotz einzelnen Rückschlägen beginnt sich WoV neben dem traditionellen als neues gleichwertiges Steuerungssystem zu etablieren. Sowohl bei weiter laufenden wie bei abgebrochenen Projekten können künftige Entwicklungsmöglich-keiten skizziert werden. Zu verschiedenen der genannten Aspekte wird auf der Basis der Entwicklungen und der aktuellen Situation in den Kantonen eine Übersicht vermittelt.

Trotz einzelnen Rückschlägen beginnt sich New Public Management bzw. die Wirkungsorientier-te Verwaltungsführung aufgrund der mehrheitlich positiven Erfahrungen zu etablieren, und wird dabei immer mehr einem gleichwertigen Steuerungssystem neben dem bestehenden. Der Umstand, dass Kritik und Vorbehalte, gerade im Zusammenhang mit der Akzeptanz von vorgeschlagenen Lösungen durch das Parlament, zu grundsätzlichen Debatten über Zielsetzun-gen und Ausrichtungen von WoV führen, kann durchaus positiv genutzt werden.

Es handelt sich eben nicht um ein starres Modell, sondern um ein solches, das bezüglich seinen konkreten Ausprägungen durchaus flexibel ist und sich auch auf der Zeitachse weiterentwickeln soll. In diesem Sinne kann auf Ebene der Kantone festgestellt werden, dass an bestehenden Unzuläng-lichkeiten und Lücken gearbeitet wird, um sie sukzessive zu beheben. Generell ist die eher betriebswirtschaftliche Ausrichtung der frühen Jahre und die damit einhergehende Unterschät-zung der Rolle der Politik im Laufe der Jahre korrigiert worden; die weitere Entwicklung steht durchaus zur Diskussion. WoV ist heute ausgerichtet auf eine individuelle, an die spezifischen Gegebenheiten orientierte Führungspraxis von Politik und Verwaltung, auf eine rollen- und sachgerechte Kooperation von Parlament, Regierung und Verwaltung sowie auf einen instru-mentellen, inhaltlichen und kulturellen Veränderungsprozess auf allen Ebenen. Gerade weil WoV im Idealfall nicht eine partielle Lösung darstellt, sondern ein gesamtheitliches Steuerungs- und Verwaltungsmodell umfasst, ist für die Umsetzung und das Wirksamwerden der Neuerun-gen genügend Zeit zu veranschlagen.

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