Einführungsreferate

Politik und Krisen, Referat von Doris Leuthard, Bundespräsidentin
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Krisenmanagement an der Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung, Referat von Franz Steinegger, Rechtsanwalt, ehemaliger Nationalrat FDP, Kanton Uri

Gibt es eine Best Practice im Umgang mit Krisen? Referat von Prof. Dr. Allan McConnell, University of Strathclyde, Glasgow UK
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Crises are extraordinary events which shatter our understanding of the world around us and pose immense challenges for operational responders and political-strategic decision makers. The outcomes of crisis management initiatives are often labeled as ‘success’ or ‘failure’ but the realities are much complex. This presentation provides details criteria against which ‘crisis management ‘success’ can be judged. These criteria cover crisis management processes, crisis managements decisions, and crisis management political outcomes.. Tensions and overlap between these criteria will also be discussed, as well as the fact that ‘success’ for one person may be ‘failure’ for another. It will also consider crucial crisis management tasks that need to be addressed through preparation and training, in order to maximise the chance of success and minimise the risks of failure.

Verantwortung von Medien im Umgang mit Krisen, Referat von Josefa Haas, Leiterin Medieninstitut

Die Kommunikationswelt erlebt nicht nur technologisch einen rasanten Wandel. Die Erweiterung von digitalen Plattformen und Kommunikationskanälen geht mit einer grundsätzlichen neuen Positionierung der Rollen und Erwartungen in den öffentlichen Auseinandersetzungen einher. Institutionen müssen sich von der Vorstellung verabschieden, Kommunikation könne kontrolliert werden. Dieser Kontrollverlust wird besonders in Krisensituationen beklagt. Betroffene Institutionen und Personen erleben die kritische Berichterstattung in den Medien in Kombination mit Kommentaren im Social Web als Spiessrutenlauf. Die Öffentlichkeit stellt jedoch mehr denn je hohe Ansprüche an Transparenz und Integrität. Die Aufgabe von Journalisten ist es, der Politik und Wirtschaft auf den Zahn zu fühlen: Werden Versprechen eingehalten, sind Argumentarien faktisch belegt und argumentativ stringent, sind Machtträger integer? Die traditionellen Medien werden durch die digitale Entwicklung in Zukunft noch mehr auf Eigenleistungen und Recherchen setzen. Für die Schweiz sind dies gute Nachrichten: Dank einer lebendigen Diskussions- und Konfliktkultur können Krisenthemen frühzeitig erkannt und konstruktiv behandelt werden.

Lernen aus Krisen und Krisenbewältigung? Referat von Hanspeter Uster, ehemaliger Regierungsrat Kanton Zug

Lässt sich aus Krisen überhaupt etwas lernen? Und wer lernt etwas? Der einzelne Mensch, eine Gruppe, die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Politik? Ausgehend von der ökonomischen und psychologischen Sichtweise (‚schöpferische Zerstörung‘, ‚Krisenzeiten als Wandelzeiten‘) wird aufgrund der Erfahrungen bei der Bewältigung des Attentats im Zuger Kantonsratssaal geprüft, was sich überhaupt lernen lässt und welche Erkenntnisse über Zug hinaus von Bedeutung sind. Geprüft wird auch, ob zu nahe Betroffenheit bei der Krisenbewältigung hinderlich ist oder im Gegenteil sogar nützt.

Podiumsdiskussion

Krisen und politischer Reformbedarf

Reformbedarf aus Sicht der Wirtschaft, Referat von Dr. Rudolf Stämpfli, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes

Reformbedarf aus parlamentarischer Sicht, Referat von Dr.iur. Hans Altherr, Ständerat Kanton Appenzell A.Rh, Präsident der Finanzdelegation der eidg. Räte

Es ist eine wichtige Aufgabe von Parlament, Exekutive und Verwaltung, Krisen des Staates zu vermeiden oder zumindest vorauszusehen und sich darauf einzustellen. Tritt eine Krise ein, so muss der Bundesrat über einen grossen Handlungsspielraum verfügen, um rasch entscheiden zu können. Das Parlament kann die so getroffenen Entscheide naturgemäss nur noch zu Kenntnis nehmen. Es bleibt ihm, diese Entscheide (und Nichtentscheide) kritisch zu hinterfragen, sowie allenfalls die Verantwortlichkeiten zu klären, personelle Konsequenzen zu fordern bzw. zu treffen und die Lehren für künftige Krisen zu ziehen. Dabei darf aber nie ausser Acht gelassen werden, dass die nächste Krise eine andere sein wird.

Parallele Roundtables

Roundtable 1: Sind Krisen und Umgang mit Krisen kommunizierbar?

Dr. Markus Seiler, Direktor Nachrichtendienst des Bundes
Präsentation

Niklas Nuspliger, Bundeshaus-Redaktor, Neue Züricher Zeitung
Präsentation

Roundtable 2: Risikomanagement und Krisenmanagement in der Praxis

Kurt Blöchlinger, Kommandant Schaffhauser Polizei 

Ich möchte die beiden Szenarien trennen, obwohl ich mir bewusst bin, dass ein fehlgeschlagenes Risikomanagement auch schnell zu einer Krisensituation führen kann.

Krisenmanagement kommt für mich zum Zug, wenn sich eine Umwelt- oder Naturkatastrophe oder ein Amoklauf ereignet oder ein Tötungsdelikt die Öffentlichkeit in einem besonderen Masse berührt. Zudem spreche ich davon, wenn in solchen Fällen die Mittel der Polizei zur Bewältigung des Ereignisses nicht genügen. Dann scheint es mir sehr wichtig, dass in klaren Strukturen und Funktionen geführt wird. Eine klare Verantwortlichkeit ist ebenfalls ein Erfolgsfaktor, das heisst die Aufgabenzuteilung innerhalb eines Kantons (Abgrenzung zu den kantonalen Führungsstäben) ist klar zu regeln.

Ein heute sehr wichtiges Thema ist das Risikomanagement, darunter verstehe ich, wenn Leute aus der Bevölkerung, die durch irgendwelche Vorfälle nur mehr schwer integrierbar sind, Gefahr laufen, andere, sprich im speziellen Behörden, zu gefährden und bedrohen. Hier ist in Zukunft ein offensiveres Vorgehen notwendig. Offensiv heisst für mich, dass die Behörden nicht nur den Auftrag erhalten, sich um solche Mitmenschen zu kümmern, sondern den Auftrag und die gesetzliche Grundlage erhalten, solche auch präventiv zu erkennen. Dies bedeutet, dass die verschiedenen Amtstellen berechtigt sind, Vorfälle zu melden damit diese nicht eskalieren. Hier sind auch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und ein grosses Vertrauen gefragt. Bei der Behandlung dieser Thematik dürfen die Schulen nicht vergessen werden und in beiden Fällen spielen die Medien eine wichtige Rolle.

Dr. Nicolas Müller, Leiter Krisenmanagementausbildung, Bundeskanzlei

Prof. Dr. Hermann Hill, Hochschule für Verwaltungswissenschaften, Speyer
Präsentation

Grosses Abschlusspodium: Staat und Verwaltung im Umgang mit Krise